Eine junge Frau in ihren 20ern hatte seit zwei Jahren runde, gerötete Effloreszenzen am gesamten Oberkörper. Zunächst waren erythematöse Papeln und Plaques aufgetaucht, die sich mit der Zeit zu diesen Seerosenblatt-förmigen Mustern entfaltet hatten. In kleineren Allgemeinkrankenhäusern waren der Frau orale Antihistaminika und topische Kortikosteroide verschrieben worden - ohne Erfolg.

Die Biopsie in einer Uniklinik ergab einen zentralen Bereich mit degeneriertem Kollagen und Mucin, umgeben von einer Palisade aus granulomatösem Inflitrat, das aus Lymphozyten und Histiozyten bestand. Eine umfangreiche Laboruntersuchung des Bluts ergab erhöhte Blutzuckerspiegel und einen HbA1c-Wert von 7,4%.

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© BMJ. 2022;378:e067430

Runde, erythematöse Plaques am Stamm.

Die Diagnose lautete generalisiertes Granuloma annulare, eine gutartige, nicht ansteckende Hautkrankheit unbekannter Ätiologie. Das klinische Bild mit kreisförmigen, hautfarbenen bis roten Plaques ähnelt dem vieler anderen Krankheiten, sodass auch z. B. Psoriasis, Lupus erythematodes, aktinisches Granulom, Sarkoidose und sogar Lepra infrage kommen. Das typische histologische Bild sichert die Diagnose. Assoziationen mit Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, rheumatoider Arthritis und manchen Infektionskrankheiten gelten als wahrscheinlich.

Das Granuloma annulare spricht in der Regel nicht auf systemische Therapien an, ist aber oft selbstlimitierend. Eine Therapie der assoziierten Leiden ist natürlich dennoch sinnvoll. Im vorliegenden Fall erhielt die Patientin tägliche Insulininjektionen sowie Hydroxychloroquin 400 mg/d. Nach 18 Monaten waren die Läsionen abgeheilt.

Quelle: Liu W, Ma DL. Generalised annular plaques on the trunk. BMJ. 2022;378:e067430