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Prof. Dr. med. H.-C. Diener Klinische Neurowissenschaften, Universität DuisburgEssen

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In eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurden 107 Patienten mit episodischer Migräne eingeschlossen, die keine Migräneprophylaktika einnahmen. Nach einer vierwöchigen Baseline wurden sie randomisiert und erhielten über drei Monate entweder 3 × 200 mg/d Ingwerextrakt oder Placebo.

Am Ende lagen auswertbare Daten von 39 Patienten in der Ingwer- und 46 in der Placebogruppe vor. Das mittlere Alter betrug 32 Jahre, 85% waren Frauen. Die Migräne bestand bei den Probanden im Mittel seit zwölf Jahren, im Schnitt hatten sie fünf Migräneattacken pro Monat.

42% der Patienten in der Ingwergruppe erreichten eine Reduktion der Migräneattacken pro Monat um mindestens die Hälfte. In der Placebogruppe waren es allerdings auch 39%. Bei sekundären Endpunkten zur Einschränkung der Alltagsfähigkeit, die etwa mit dem HIT-6-Test oder dem MIDAS-Fragebogen erhoben wurde, ergaben sich ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Bei den Nebenwirkungen trat lediglich Sodbrennen unter Ingwer häufiger auf. Die Adhärenz war gut.

MMW-Kommentar

Viele Patienten brechen eine medikamentöse Migräneprophylaxe mit traditionellen Medikamenten wie Betablockern oder Antiepileptika ab, da sie diese nicht gut vertragen. Daher ist es sinnvoll, pflanzliche Präparate zu untersuchen. Die Studie ergibt allerdings leider keinerlei Evidenz für Ingwer.

Wirksam in der Prophylaxe der episodischen Migräne sind Mutterkraut [Diener HC et al. Cephalalgia. 2005;25:1031—41, Pfaffenrath V et al. Cephalalgia. 2002;22:523—32] und Petadolex [Diener HC et al. Eur Neurol. 2004;51:89–97], die aber in Deutschland nicht verfügbar sind. Die Kombination von Vitamin B2, Magnesium und Coenzym Q10 reduziert zumindest die Schwere der Attacken, wenn auch nicht die Häufigkeit [Gaul C et al. J Headache Pain. 2015;16:516].