Advertisement

MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 161, Issue 6, pp 63–63 | Cite as

Humane Papillomviren

„Eliminierung“ des Zervixkarzinoms scheint möglich

  • Gudrun Girrbach
PHARMAFORUM
  • 40 Downloads

_ Beim Zervixkarzinom weist Australien weltweit eine der niedrigsten Inzidenz- und Mortalitätsraten auf. Dies ist insbesondere auch auf frühzeitig eingeführte Präventionsmaßnahmen, wie den bereits seit 1991 angebotenen Pap-Abstrich sowie das nationale Impfprogramm, zurückzuführen. Darauf machte Prof. Elmar A. Joura, Wien, aufmerksam. Eine Impfung gegen HPV wird in Australien schon seit 2007 allen 12- bis 13-jährigen Mädchen und seit 2013 auch für Jungen angeboten. Den bis dahin verwendeten quadrivalenten HPV-Impfstoff ersetzt seit 2018 ein nonavalenter, der unter anderem gegen die HPV-Typen gerichtet ist, die mit etwa 90% der Gebärmutterhalskarzinome in Verbindung gebracht werden.

Deutschland hat Nachholbedarf

Beim HPV-Impfschutz hinkt Deutschland im globalen Vergleich hinterher. Zwar empfiehlt die Ständige Impfkommission (die HPV-Impfung als Standardmaßnahme seit 2007 für alle Mädchen. Jedoch lag die Impfrate bei 15-jährigen Mädchen für eine vollständige Impfserie im landesweiten Durchschnitt im Jahr 2015 nur bei 31%. Demgegenüber betrug die HPV-Impfrate einer vollständigen Impfserie im Jahr 2016 bei 15-jährigen Mädchen in Australien 79%, berichtete Joura.

Vorhandene Mittel ausschöpfen

Spätestens im Jahr 2035 könnte Australien Modellrechnungen zufolge das weltweit erste Land mit weniger als vier Zervixkarzinom-Neuerkrankungen pro 100.000 Frauen pro Jahr sein. Dies kommt nahezu einer Eliminierung dieser Krebserkrankung in den nächsten 20 Jahren gleich. „Dieses Beispiel zeigt: Wir haben die Mittel, um Zervixkrebs und andere HPV-assoziierte Karzinome auszurotten, wir müssten sie nur nutzen!“ schlussfolgerte Joura.

Literatur

  1. Lunchsymposium „HPV-Impfung weitergedacht“, Fortbildungskongress (FOKO) 2019 der Frauenärztlichen BundesAkademie; Düsseldorf, Februar 2019 (Veranstalter: MSD)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Gudrun Girrbach
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations