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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 11, pp 32–32 | Cite as

Bei diesem Doping-Sünder sind nicht nur die Muckis gigantisch

  • H. Holzgreve
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
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Prof. Dr. med. H. Holzgreve Internist, München

Ein 33-jähriger, ansonsten gesunder Mann litt seit drei Wochen unter zunehmenden Schmerzen im Epigastrium und in der Flanke. Alle Fragen nach weiteren Beschwerden oder Vorerkrankungen wurden verneint. Im EKG fand sich kein Anhalt für eine akute koronare Ischämie. Im CT zeigte sich dann ein Aneurysma auf der gesamten Länge der Aorta. Es begann mit einem Durchmesser von 4,8 cm an der proximalen deszendierenden thorakalen Aorta und zog sich bis in den abdominalen Teil. Bei normalen Lipidwerten (LDL-Cholesterin-Wert: 85 mg/dl) und fehlenden Hinweisen auf andere Krankheiten wie Lues, Marfan-Syndrom, Vaskulitis, Arteriosklerose usw. blieb die Ursache zunächst rätselhaft.

A: Aneurysma der thorakalen Aorta im CT.

B: Bauchaortenaneurysma mit fokaler Aussackung (Pfeil).

C: 3D-Rekonstruktion des gesamten Aneurysmas.

© Am J Med. 2018;131:e201–2

Der Beruf des Patienten brachte die Ärzte schließlich auf die richtige Spur. Er war professioneller Bodybuilder und gab auf Nachfrage zu, über 10 Jahre hinweg Anabolika wie Stanozol, Oxymetholon und Testosteron zusammen mit humanem Wachstumshormon eingenommen zu haben. Anabole Steroide steigern Muskelmasse und -kraft und reduzieren Fett, weshalb sie von Profisportlern zur Leistungssteigerung, von Bodybuildern und manch anderem zur Perfektionierung des männlichen Körperbildes eingenommen werden. Der Testosteronspiegel des Patienten war mit 144 ng/dl (normal: 230–800) bei exogener Androgeneinnahme erwartungsgemäß niedrig. Das Aneurysma dürfte durch das langjährige Doping verursacht worden sein.

Literatur

  1. Chamarthi G, Koratala A: Thoracoabdominal aneurysm in a professional body builder. Am J Med. 2018;131:e201–2CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • H. Holzgreve
    • 1
  1. 1.

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