MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 11, pp 9–9 | Cite as

Trotz steigender Patientenzahlen

Immer weniger Amputationen wegen Diabetes

AKTUELLE MEDIZIN . MAGAZIN
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_ Trotz steigender Diabetesprävalenz nimmt die Zahl der Bein- und Fußamputationen unter Diabetikern in Deutschland leicht ab. Das hat eine umfassende Auswertung der Daten von rund 34 Millionen Versicherten der AOK, BKK und Barmer Ersatzkasse ergeben — etwa 42% der deutschen Bevölkerung.

In den Jahren 2008–2012 mussten sich 108.000 Versicherte dieser Kassen mindestens einer Amputationen an den unteren Extremitäten unterziehen. Bei knapp 78.000 war es mindestens eine Minor-Amputation unterhalb des Sprunggelenks, bei ca. 45.400 mindestens eine Major-Amputation des kompletten Beins. Zwei Drittel der Betroffenen waren Männer.

Die Datenanalyse ergab, dass etwa zwei Drittel der Amputierten einen Diabetes hatten. Knapp 22% von ihnen hatten vor dem Eingriff keine Antidiabetika erhalten.

Die jährliche Amputationsrate sank im Beobachtungszeitraum unter Diabetikern von 259 auf 216 pro 100.000 Personen — ein Rückgang von 4% pro Jahr. Bei den Major-Amputationen waren es sogar 9%. Bei Nichtdiabetikern blieben die Zahlen dagegen konstant. Die Autoren spekulieren, dass sich die Verbreitung von strukturiertem Diabetes-Management und Therapieleitlinien positiv ausgewirkt haben.

Literatur

  1. Claessen H et al. Clin Epidemiol. 2018;10:475–88CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • mut
    • 1
  1. 1.

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