MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 7, pp 30–30 | Cite as

Honorar-Nepp beim Medikationsplan?

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Helmut Walbert Allgemeinarzt, Medizinjournalist und Betriebswirt Medizin

? Dr. P. W., Allgemeinarzt, Rheinland-Pfalz: Bei der Überprüfung der Leistungsziffernstatistik der KV-Abrechnung habe ich den Eindruck, dass die Nr. 01 630 für den Medikationsplan zu selten vergütet wird. Eigentlich haben wir mehr Fälle, die dafür infrage kommen. Was raten Sie?

Mit dem Plan behalten Patienten den Überblick.

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! MMW-Experte Walbert: Alle Achtung, dass Sie sich so intensiv mit der Abrechnung beschäftigen und die Plausibilität überprüfen!

Die Überprüfung der Nr. 01 630 wird allerdings dadurch erschwert, dass sie nur einmal im Krankheitsfall — also innerhalb von vier Quartalen — abrechenbar ist. Die Anzahl der vergüteten Fälle schwankt durch diese Bestimmung von Quartal zu Quartal. Die Überprüfung ist fast unmöglich, wenn nicht praxisintern entsprechende Listen exakt geführt werden.

Hinzu kommen diverse Ausschlüsse. Bei allen Patienten, für die im gleichen Quartal die Chronikerpauschale und der automatische Zuschlag nach Nr. 03 222 vergütet werden, ist die Nr. 01 630 ausgeschlossen. Der Medikationsplan ist bereits fakultativer Inhalt der Chronikerpauschale — sie wird also unabhängig davon vergütet, ob für den Patienten tatsächlich ein Plan erstellt wurde, aber es ist auch keine zusätzliche Abrechnung daneben möglich. Auch neben dem hausärztlich-geriatrischen Betreuungskomplex nach Nr. 03 362 ist eine Abrechnung der Nr. 01 630 ausgeschlossen. In diesem Fall ist der Medikationsplan sogar obligater Bestandteil.

Noch wichtiger ist allerdings, dass seit dem 1. Oktober 2016 eine ganze Reihe von Patienten auch einfach auf Wunsch Anspruch auf einen Medikationsplan haben. Das gilt dann, wenn sie gleichzeitig mindestens drei zulasten der GKV verordnete, systemisch wirkende Medikamente über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen einnehmen oder anwenden. Diesen Patienten muss die ein Medikationsplan erstellt werden, der dann nach der Nr. 01 630 abgerechnet wird. Auch hier gilt der Krankheitsfall als Frist für die nächste Abrechnung — egal wie viele Erkrankungen während dieses Jahres über 28 Tagen behandlungsbedürftig werden.

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