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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 7, pp 28–28 | Cite as

Horror-Patienten mit einer großzügigen Ader

  • Henrich Malz
AUS DER PRAXIS WAS MMW-LESER ERLEBEN

_ Einige Jahre lang besuchte ich ein Ehepaar, das schon fast alle Ärzte in Vlotho „durch“ hatte. Er war dement, sie litt an einer Schizophrenie. Ihr Haus war wirklich sehenswert. Ich habe mich dort nirgends hingesetzt, so schmutzig war es. Die Tasche stellte ich möglichst auf die aktuelle Tageszeitung; die dürfte das Sauberste dort gewesen sein.

Aber freundlich waren beide. Nie verließ ich das Haus ohne kleine Geschenke, meist Lebensmittel, die ich natürlich nie gegessen habe. Üblicherweise habe ich sie in der Mülltonne der nächsten Bushaltestelle verklappt. Einmal übereignete sie mir einen Pullover für meinen Sohn — nicht gerade en vogue, was Schnitt, Farbe und Design anging. Sie hatte ihn auf dem Dachboden gefunden, früher habe ihr Sohn ihn getragen. Man musste den guten Willen sehen.

Mehrfach wurde ich auch wegen Lappalien gerufen. Als ich eines Tages fragte, ob ich denn wirklich wegen dieser Sache herkommen musste, entgegnete sie: „Sie brauchen gar nicht mehr zu kommen, ich verklage sie!“ Davor hatte ich keine Angst, denn ich hatte mir nichts vorzuwerfen und wusste, dass ihre Schizophrenie aus ihr sprach. Jedoch gab ich die Patienten an einen Kollegen ab.

Jahre später klingelte an einem Sonntagmorgen vor 8 Uhr mein Telefon. „Hurra, wir leben noch!“ trompetete mir die ehemalige Patientin entgegegen.

Exklusiv für Metalheads

© T. Urch

Dieses clevere Angebot gab es bei uns in der Zeit des Wacken Open Air. Ob es von den Heavy-Metal-Fans gut angenommen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

Dr. Thomas Urch, Wilster

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Henrich Malz
    • 1
  1. 1.VlothoDeutschland

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