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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 6, pp 39–39 | Cite as

Vitamin D könnte Diabetiker unterstützen

  • T. Skurk
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
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Folgt man einer Metastudie, dann könnte eine Vitamin-D-Supplementierung eine preiswerte Option sein, die glykämische Kontrolle bei Diabetikern zu verbessern. Noch ist die Datenlage allerdings unsicher.

Prof. Dr. med. T. Skurk Klinische Ernährungsmedizin, Technische Universität München

_ Eine Literaturrecherche ergab 24 randomisierte Interventionsstudien zu den Effekten einer Vitamin-D-Supplementierung auf glykämische Werte von Typ-2-Diabetikern. Im Schnitt erhielten die Probanden täglich 105 μg (4.200 IU). Das Alter der Studienpopulation lag zwischen 40 und 67 Jahre, die Behandlungsdauer zwischen 2 und 12 Monaten.

Die Metaanalyse von 23 Studien mit 1.477 Patienten ergab eine Reduktion des HbA1c-Werts von 0,3 Prozentpunkte (p < 0,001). In drei der Studien wurde zusätzlich bis zu 1000 mg/d Kalzium gegeben; hier stieg der Effekt auf 0,5 Prozentpunkte (p < 0,01). Schlanke Patienten profitierten deutlich mehr.

Den Nüchternglukosespiegel untersuchten 21 Studien mit 1.386 Personen. Er sank um 4,9 mg/dl (p = 0,003), bei Kombination mit Kalzium sogar um 9,5 mg/dl (p = 0,04). Auch hier hatten schlankere Patienten deutliche Vorteile. Eine Verbesserung war aber nur bei Probanden zu sehen, die schon zu Studienbeginn 25-Hydroxyvitamin-D-Serumspiegel von > 20 nmol/l hatten.

Die Insulinsensitivität wurde in 12 Studien bei 757 Patienten gemessen. Es ergab sich eine signifikante Verringerung um 0,66 Einheiten auf dem Index HOMA-IR. Die Kalziumzugabe hatte keinen zusätzlichen Effekt. Auch hier beeinflusste der 25-Hydroxyvitamin-D-Ausgangswert das Ergebnis maßgeblich.

KOMMENTAR

Trotz aller Euphorie für den neuen „Heil-bringer“ Vitamin D bleibt die Datenlage unklar. Die durchschnittliche Dosierung war mit 4.200 IU/d recht hoch. Die in der Metastudie festgestellten Effekte bei Diabetikern waren nicht mehr signifikant, als man die Region Iran (9 von 24 Studien) aus der Analyse herausnahm. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Power für eindeutige Empfehlungen einer Vitamin-D-Supplementierung noch nicht ausreicht, auch wenn sich die Hinweise auf positive Effekte zu verdichten scheinen. Auch braucht es noch mehr Studien zu einer Kombination mit Vitamin K, um mögliche Interaktionen gerade bei Diabetikern beurteilen zu können.

Literatur

  1. Mirhosseini N et al. The effect of improved serum 25-hydroxyvitamin D status on glycemic control in diabetic patients: a meta-analysis. JCEM. 2017;102:3097–110PubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • T. Skurk
    • 1
  1. 1.

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