MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 6, pp 30–30 | Cite as

GOÄ: Ein Kardiologe kann ein Hausarzt sein

  • Springer Medizin
AUS DER PRAXIS . HOTLINE
  • 24 Downloads

? Dr. A. W., Internist und Kardiologe, Nürnberg, Bayern: Ich betreue einige betagte Privatpatienten hausärztlich in einem Altenheim. Einmal im Jahr rechne ich dafür die Nr. 15 GOÄ ab. Es kommt immer wieder vor, dass die PKV, die Postbeamtenkrankenkasse B oder die Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten das ablehnt — mit der Begründung, ein Kardiologe sei kein Hausarzt.

! MMW-Experte Walbert: Als erstes sollte man sich den Text der Nr. 15 vor Augen halten: „Einleitung und Koordination flankierender therapeutischer und sozialer Maßnahmen während der kontinuierlichen ambulanten Betreuung eines chronisch Kranken“. Hier ist keine Beschränkung auf Hausärzte feststellbar.

Die Ablehnung beruht wohl darauf, dass unterstellt wird, ein Kardiologe mache keine „kontinuierliche ambulante Betreuung“. Es ist also notwendig, die Kontinuität der Behandlung und die „Einleitung und Koordination“ der geforderten Maßnahmen zu dokumentieren und ggf. nachzuweisen. Dazu zählen natürlich auch die Koordination der mitbehandelnden Kollegen anderer Fachgebiete sowie die Einleitung von Physiotherapie und Reha-Maßnahmen.

Es empfiehlt sich, beim Abrechnen der Nr. 15 eine entsprechende Erklärung anzufügen. Dies zeigt dem Versicherungsträger, dass die Nr. nicht einfach so angesetzt wird. Auch ist dieser Aufwand wesentlich geringer als eine nachträgliche schriftliche Begründung — und wirtschaftlicher als ein Verzicht auf die zustehende Vergütung.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Springer Medizin

There are no affiliations available

Personalised recommendations