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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 6, pp 26–26 | Cite as

Wie Sie ab jetzt Ihren Laborbonus berechnen

  • Springer Medizin
AUS DER PRAXIS VON HAUSARZT ZU HAUSARZT
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Dr. Gerd W. Zimmermann Facharzt für Allgemeinmedizin Kapellenstraße 9 D-65719 Hofheim

_ Es gibt wieder einmal eine Laborreform, die seit diesem Quartal umgesetzt wird. Der Grund war eine berufspolitische Auseinandersetzung über die Honorarverteilung. Wenn das Geld im „Labortopf“ für die angeforderten Laborleistungen nicht ausreichte, wurden bisher der hausärztliche und der fachärztliche Honoraranteil angezapft — und zwar in exakt der gleichen Höhe. Da der größte Teil des Defizits im „Labortopf“ aber grundsätzlich durch Laborleistungen im fachärztlichen Honoraranteil (Laborärzte, Endokrinologen, Rheumatologen, Urologen) entsteht, floss auf diesem Weg kontinuierlich Geld von den Hausärzten zu den Fachärzten!

Dieses Problem ist nun zumindest ansatzweise gelöst. Künftig wird beim Anzapfen des Hausarzt- und des Facharzttopfs genau berücksichtigt, welcher Anteil der Laborleistungen durch Hausärzte und Fachärzte erbracht oder veranlasst wurde (Verursacherbezug).

Damit wäre die Sache eigentlich erledigt gewesen. Die KBV aber hat bei der Gelegenheit ohne rechte Not noch eine inhaltliche Änderung im Laborkapitel eingeführt. Künftig wird der Laborbonus, den man für Sparsamkeit bei den Laborleistungen erhält, gestuft ausgezahlt. Es gibt auch dann einen Bonus, wenn man sein Laborbudget nur teilweise ausgeschöpft hat.

MMW-KOMMENTAR

Der Berechnungsmodus für den Laborbonus ist sehr kompliziert (siehe MMW 19/2017, S. 30). Mit unserem „Laborbonus-Generator“ ist der Betrag, den man erwarten kann, aber gut nachvollziehbar. Künftig gibt es bei Hausärzten einen oberen begrenzenden Fallwert von 3,80 Euro und einen unteren begrenzenden Fallwert von 1,60 Euro. Nun muss die Praxis nur noch ihren eigenen Fallwert berechnen. Nehmen wir als Beispiel eine Praxis mit 1.000 Fällen im Quartal. Wenn sie Laborleistungen in Höhe von 3.800 Euro erbringt oder veranlasst, läge der praxisspezifische Fallwert bei 3,80 Euro. Er wäre also identisch mit dem oberen Grenzwert, und es gäbe überhaupt keinen Laborbonus. Bei Laborleistungen in Höhe von 1.600 Euro hingegen ergäbe sich ein Wert von 1,60 Euro — der untere Grenzwert, und der Bonus würde in voller Höhe ausgezahlt.

Liegt die Summe der Laborleistungen zwischen diesen Extremen, wird der Bonus anteilig ausgezahlt. Die einfache Formel dafür ist in Abb. 1 dargestellt.

Abb. 1

Laborbonus-Generator

© ayo888 / Getty Images / iStock

Seit dem 1. April 2018 ist der Wirtschaftlichkeitsbonus nach Nr. 32 001 EBM mit 19 Punkten bewertet. Das macht beim aktuellen Punktwert von 10,6543 Cent also 2,02 Euro. Bei 1.000 Scheinen liegt der Laborbonus bei maximal 2.024,32 Euro.

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