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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Issue 6, pp 14–14 | Cite as

Allgemeinchirurgische Eingriffe

Thrombin-Hemmer verhindert vaskuläre Folgekomplikationen

  • Peter Overbeck
AKTUELLE MEDIZIN . REPORT
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Bei nicht-kardialen Operationen kann es zu Myokardschädigungen kommen, die meist asymptomatisch bleiben, aber mit erhöhten Folgekomplikationen einhergehen. Der Thrombinhemmer Dabigatran wirkt hier protektiv.

_ Im Zusammenhang mit chirurgischen Operationen findet ein Phänomen inzwischen stärkere Beachtung, für das Experten das Kürzel MINS (myocardial injury after noncardiac surgery) erfunden haben. Die perioperativen Herzmuskelschäden können sich als Infarkt (selten) oder Troponinerhöhung (häufig) manifestieren. MINS gehen mit einem erhöhten Risiko für atherothrombotische Komplikationen in der Zeit nach der Operation einher.

Ob dieses Risiko durch eine Behandlung mit dem Thrombinhemmer Dabigatran reduziert werden kann, wurde in einer Studie mit 1.745 Patienten mit MINS im Durchschnittsalter von 70 Jahren untersucht. Die Teilnehmer wurden im Schnitt 1,6 Jahre lang mit Dabigatran (2 x 110 mg/d) oder mit Placebo behandelt.

In dieser Zeit traten 97 vaskuläre Komplikationen (11,1%) in der Dabigatrangruppe sowie 133 Ereignisse (15,2%) in der Kontrollgruppe auf. Dies entspricht einer signifikanten relativen Risikoreduktion um 28%. Das Blutungsrisiko war nicht erhöht. Allerdings brachen in beiden Studiengruppen knapp die Hälfte der Patienten die Behandlung ab.

Literatur

  1. J.P. Devereaux, Late-Breaking Clinical Trials II, 67. Jahrestagung des American College of Cardiology, 10.–12. März 2018, OrlandoGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Peter Overbeck
    • 1
  1. 1.

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