MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Supplement 1, pp 29–29 | Cite as

Die lange Suche nach den roten Stäbchen

  • H. Holzgreve
FORTBILDUNG . KRITISCH GELESEN
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Prof. Dr. med. H. Holzgreve Internist, München

Ein achtjähriges Mädchen litt seit drei Monaten an Husten und Fieber. Röntgen und Kontrastmittel-CT zeigten eine diffuse, miliare Zeichnung kleiner Knoten in beiden Lungen (Abb. A, B) und nekrotisierende mediastinale Lymphknoten. Der Tuberkulintest war positiv, im Sputum waren aber keine Mykobakterien nachweisbar. Die Therapie mit Tuberkulostatika wurde sofort begonnen, doch innerhalb der nächsten zwei Monate trat keine Besserung ein. Die Kulturen aus diversen Proben wie Sputum, bronchoalveolärer Lavage und Liquor blieben negativ.

Diffuse miliare Aussaat im Röntgenbild (A) und im Computertomogramm (B). Tuberkelbakterien im Lungenbiopsie-Präparat (C, Pfeile).

© N Engl J Med. 2018;378:e10

Man musste also von einer Miliartuberkulose durch Erreger mit Resistenz gegen die Standardtherapie ausgehen. Deshalb entschloss man sich zur thorakoskopischen Lungenbiopsie, um die Diagnose endgültig zu sichern und eine Resistenztestung durchführen zu können. Dabei wurden säurefeste, rote Stäbchen gesichtet (Abb. C). Da die Resistenzbestimmung Monate dauern kann, wurde sofort auf ein Therapieschema gegen resistente Erreger umgestellt. Nach zwei Wochen normalisierte sich die Körpertemperatur des Mädchens. Im CT zeigte sich nach zwei Monaten eine Besserung. Später ging auch noch das Laborergebnis ein, das einen Isoniazid-resistenten Erreger bestätigte.

Literatur

  1. Bao Y, Zheng Y. Drug-resistant miliary tuberculosis in a child. N Engl J Med. 2018;378:e10CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • H. Holzgreve
    • 1
  1. 1.

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