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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Supplement 1, pp 74–74 | Cite as

Chronischer Hypoparathyreoidismus

Nicht nur den Kalziumhaushalt gilt es zu kontollieren

  • Abdol A. Ameri
PHARMAFORUM
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_ Hypoparathyreoidismus ist in 75% aller Fälle durch die Entfernung oder Schädigung der Nebenschilddrüsen infolge eines chirurgischen Eingriffs bedingt. Der Mangel an PTH hat eine komplexe Dysregulation der Kalzium- und Phosphat-Homöostase zur Folge, berichtete Prof. Stephan Petersenn, niedergelassener Endokrinologe in Hamburg. Der Hypoparathyreoidismus beeinträchtigt die Funktion multipler Organsysteme. Die Patienten sind in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Vor allem der chronische Hypoparathyreoidismus weise eine erhebliche Morbidität auf, so Petersenn.

Ziel der Therapie ist es, die akuten und chronischen Symptome der Hypokalzämie unter Kontrolle zu bringen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Auch wenn sich der Hypoparathyreoidismus in den meisten Fällen mit der Gabe von Kalzium und aktivem Vitamin D in den Griff bekommen lässt, bleibt ein Teil der Patienten weiterhin symptomatisch oder entwickelt unter den teilweise sehr hohen Kalziumdosen schwerwiegende Komplikationen wie Hyperkalzurie, Nephrokalzinose, Niereninsuffizienz und Basalganglienverkalkung.

Hormonersatztherapie mit rhPTH(1-84)

Patienten mit chronischem Hypoparathyreoidismus, der mit der Standardtherapie nicht ausreichend kontrolliert werden kann, können von einer Ersatztherapie mit rekombinantem humanem PTH (rhPTH 1-84, Natpar®) profitieren. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie REPLACE erzielten 53,3% der mit rhPTH 1-84 behandelten Patienten gegenüber 2,3% der Placebopatienten eine ≥ 50%ige Reduktion von Kalzium und Calcitriol (primärer Endpunkt, p < 0,001) [Mannstadt M et al. Lancet Diabetes Endocrinol. 2013;1:275–83]. Im Verumarm wurden 43% der Patienten sogar vollständig unabhängig von einer Vitamin-D-Einnahme und konnten die orale Kalziumzufuhr (definiert als < 500 mg Kalzium/Tag) erheblich reduzieren im Vergleich zu 5% unter Placebo (p < 0,0001).

Literatur

  1. Symposium „PTH (1-84) — The Missing Link“; Berlin, Januar 2018 (Veranstalter: Shire)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Abdol A. Ameri
    • 1
  1. 1.

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