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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Supplement 1, pp 72–72 | Cite as

Vielversprechende Therapieoption

IL-17A-Inhibitor bei Psoriasis-Sonderlokalisationen

  • Christina Ott
PHARMAFORUM
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Psoriasis an den Händen ist für Betroffene besonders stigmatisierend.

© petekarici / iStock

_ Sind bei einem Psoriasispatienten Kopfhaut, Hände oder Fußsohlen betroffen, ist der Leidensdruck oft besonders hoch. „Man ist mit der Erkrankung stigmatisiert, da jedem sofort ins Auge fällt, dass da etwas ist“, bestätigte Dr. Christian Mensing, Hamburg. Oftmals werde eine ansteckende Erkrankung vermutet. Zudem könnten ausgeprägte Schuppen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen die Lebensqualität deutlich einschränken. Häufig komme es zu reaktiven Verhornungen, so Mensing. Viele der Patienten haben Depressionen, sind im Arbeits-, und Privatleben massiv eingeschränkt, manche sogar arbeitsunfähig.

Psoriasis-Sonderlokalisationen sind keine Seltenheit: Bei 50–80% der Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis ist die Kopfhaut betroffen, bei etwa 50% die Nägel, und bei bis zu 40% finder sich eine palmoplantare Beteiligung. Gerade bei diesen Lokalisationen hat bisher nur sehr wenig geholfen, so Mensing.

Wirksam bei palmoplantarem Befall

Mit Systemtherapien wie der IL-17A-Inhibition habe sich dies geändert. Aktuelle Daten aus verschiedenen Studien zeigen, dass Secukinumab (Cosentyx®) eine deutliche und langanhaltende Symptomreduktion bzw. -freiheit ermöglicht. So wurden etwa in der randomisierten und placebokontrollierten GESTURE-Studie 205 Psoriasispatienten mit mittelschwerer bis schwerer palmoplantarer Symptomatik behandelt. Unter einer zweieinhalbjährigen Therapie mit Secukinumab 300 mg erreichten 59% der Patienten im Palmoplantar Investigators Global Assessment einen Wert von 0 oder 1, also nahezu symptomfreie oder symptomfreie Handflächen und Fußsohlen.

In der randomisierten, placebokontrollierten TRANSFIGURE-Studie mit 198 Patienten wurde die Wirkung von Secukinumab auf die Nagel-Psoriasis untersucht. Nach zweieinhalb Jahren erreichten Patienten unter einer Therapie mit Secukinumab 300 mg eine signifikante Symptomreduktion um 73%, gemessen anhand der Veränderung des Nail Psoriasis Severity Index (NAPSI).

Nach Mensing sollten bereits unscheinbare Nagelveränderungen im Auge behalten werden. Vor allem auch, da diese auf eine vorliegende oder beginnende Psoriasis-Arthritis (PsA) hinweisen können. „Immer die Nägel mitbeobachten“, lautet daher der Rat des Dermatologen. So wird auch in der aktuellen S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, Update 2017, empfohlen, bei jedem Patienten mit Psoriasis bei Erstvorstellung und im Verlauf zu prüfen, ob Hinweise auf eine PsA vorliegen.

Zu bedenken ist zudem, dass bei etwa 40% der Patienten mit Nagel-Psoriasis auch eine Pilzinfektion vorliegt. Daher ist eine mykologische Untersuchung angezeigt.

Literatur

  1. Pressegespräch „Erfolg ist messbar: Therapieziele für die Plaque-Psoriasis“; Hamburg, Januar 2018 (Veranstalter: Novartis)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Christina Ott
    • 1
  1. 1.

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