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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Supplement 1, pp 26–26 | Cite as

Trainierte Seniorinnen leben länger

  • C. Diehm
FORTBILDUNG KRITISCH GELESEN
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Eine Beobachtungsstudie mit über 17.000 Probanden zeigt: Ältere Frauen, die körperlich sehr aktiv sind, haben ein um 65% niedrigeres Mortalitätsrisiko als Frauen, die sich im Alltag kaum anstrengen.

Prof. Dr. med. C. Diehm Angiologie, Max Grundig Klinik, Baden-Baden

_ Dass körperliche Aktivität die Sterblichkeit beeinflusst, ist seit Langem bekannt. Doch oft werden die Daten per Selbstauskunft erhoben. In den Jahren 2011–2015 wurden nun Frauen aus der Women’s Health Study (WHS) rekrutiert, um ihre körperliche Aktivität über sieben Tagen hinweg zu messen. Dafür wurde ihnen ein triaxialer Beschleunigungssensoren zugeschickt, der an der Hüfte getragen und nur zum Schlafen und im Wasser abgenommen wurde. Nachdem sie das Gerät zurückgeschickt hatten, konnte minutengenau analysiert werden, wie viel Zeit sie mit Ruhe, mit leichter und mit starker Aktivität verbracht hatten.

Sie verschaffen sich aktiv einen Überlebensvorteil.

© alvarez / Getty Images / iStock

17.708 Frauen aus der WMS nahmen an der Studie teil. Sie waren im Schnitt 72 Jahre alt. Wer sein Haus im täglichen Leben nicht verlassen konnte, wurde nicht eingeschlossen. Während der Nachbeobachtung über 2,3 Jahre starben 207 Frauen.

Die statistische Analyse zeigte, dass die Summe der mit starker körperlicher Aktivität verbrachten Zeit direkt invers mit der Todesrate korrelierte. Der günstige Effekt war auch nach der Berücksichtigung von Alter, Raucherstatus, dem Konsum von Alkohol, gesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Obst und Gemüse sowie der familiären Vorgeschichte deutlich zu erkennen (p = 0,0002). Jene Frauen, die sich am häufigsten anstrengten, hatten eine um 65% niedrigere Sterblichkeitsrate als jene, die sich am seltensten anstrengten (Hazard Ratio 0,35; 95%-Konfidenzintervall: 0,20–0,61). Keine Auswirkung auf die Todesrate hatte dagegen die mit leichter körperlicher Aktivität verbrachte Zeit.

KOMMENTAR

Die Ergebnisse sind geradezu spektakulär. Die Autoren planen bereits eine Studie an Männern. Kürzlich hat eine neuseeländische Studie gezeigt, dass körperliches Training das beste Mittel zur Lebensverlängerung bei Patienten mit stabiler Angina pectoris ist [Stewart RAH. J Am Coll Cardiol. 2017;70:1689–700]. Und eine Studie aus den USA demonstrierte eindrücklich, dass trainierte Personen deutlich bessere Überlebenschancen nach einem ersten Herzinfarkt haben [Shaya GE et al. Mayo Clin Proc. 2016;91:129–39].

Literatur

  1. Lee IM, Shiroma EJ, Evenson KR et al. Accelerometer-measured physical activity and sedentary behavior in relation to all-cause mortality: The Women’s Health study. Circulation. 2018;137:203–5CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • C. Diehm
    • 1
  1. 1.

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