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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Supplement 1, pp 18–18 | Cite as

Prophylaktische Therapieintensivierung

Hohe Dosen inhalativer Steroide gegen Asthmaexazerbation

  • Beate Schumacher
AKTUELLE MEDIZIN . MELDUNGEN
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Wenn sich bei Asthmapatienten eine Exazerbation abzeichnet, kann es helfen, die Dosierung des inhalativen Steroids vorübergehend zu vervierfachen.

_ Die Idee, eine sich anbahnende Asthmaexazerbation abzuwenden, indem die Dosis der inhalativen Steroide (ICS) gesteigert wird, ist nicht neu. Allerdings war der Strategie einer ICS-Verdopplung in zwei früheren Studien kein Erfolg beschieden. Doch möglicherweise wurde bislang nicht aggressiv genug behandelt: In einer neuen Studie mit Asthmapatienten wurde mit einer vorübergehenden Vervierfachung der ICS-Dosis ein Rückgang von Exazerbationen erzielt.

An der Studie beteiligten sich 1.922 Patienten mit mindestens einer Exazerbation in den letzten zwölf Monaten. 78% wendeten ICS in einer Dosierung von maximal 1000 μg Beclometason(-Äquivalent) an, 70% nutzten außerdem ein lang wirksames Betamimetikum. Alle erhielten einen Plan zum Selbstmanagement ihres Asthmas, der sich nur für den Fall einer nachlassenden Asthmakontrolle unterschied: Die Patienten der Interventionsgruppe (n = 957) sollten in diesem Fall die Dosis des ICS auf das Vierfache erhöhen, für die Kontrollgruppe gab es keine solche Anweisung.

Zu einer Verschlechterung der Asthmakontrolle kam es bei 562 Patienten der Interventions- und 552 Patienten der Kontrollgruppe. Von einer schweren Exazerbation waren innerhalb von zwölf Monaten 45% vs. 52% der Patienten betroffen. Unter Berücksichtigung anderer Einflüsse entsprach dies einer signifikanten Risikoreduktion um 19%.

Dementsprechend wurde bei den Interventionspatienten seltener eine Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden eingeleitet (33% vs. 40%). Sie mussten außerdem seltener ungeplant einen Arzt aufsuchen (41% vs. 47%).

Unerwünschte Ereignisse in den 14 Tagen nach Beginn der vierfachen ICS-Dosis waren vor allem durch lokale Effekte verursacht: Orale Candidainfektionen und Stimmstörungen waren signifikant häufiger als in der Vergleichsgruppe.

Der Effekt der prophylaktischen Steigerung der ICS-Dosis war jedoch geringer, als die Studienautoren erwartet hatten: Als klinische relevant hatten sie eine Reduktion der Exazerbationsrate mindestens 30% definiert.

Literatur

  1. McKeever T et al. N Engl J Med, online 3. März 2018 DOI: https://doi.org/10.1056/NEJMoa1714257CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

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