MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Supplement 1, pp 18–18 | Cite as

Metaanalyse zeigt Folgen für Mutter und Kind

Kaiserschnitt: Weniger Harninkontinenz, aber mehr Asthma

  • Peter Leiner
AKTUELLE MEDIZIN . MELDUNGEN
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Nach Kaiserschnittentbindung haben die Kinder ein erhöhtes Risiko, Asthma zu bekommen oder adipös zu werden.

Sectio: Erst einmal ist alles gut gegangen.

© arcticflea / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

_ Um Nutzen und Risiko einer Sectio im Vergleich zur natürlichen Geburt für Mütter und deren Kinder zu analysieren, haben britische Gynäkologen eine Metaanalyse von 79 prospektiven Kohortenstudien und einer randomisierten kontrollierten Studie durchgeführt.

Nach einem Kaiserschnitt war die Wahrscheinlichkeit für eine Harninkontinenz der Mutter im Vergleich zu einer natürlichen Entbindung um 44% niedriger. Außerdem war eine Kaiserschnittentbindung mit einem niedrigeren Risiko für einen Organprolaps assoziiert (OR: 0,29).

Andererseits hatten Schnittentbindungen negative Folgen für die Kinder: Der Analyse zufolge war der Eingriff mit einem erhöhten Risiko assoziiert, bis zum Alter von zwölf Jahren an Asthma zu erkranken (OR: 1,21) und bis zum Alter von fünf Jahren adipös zu werden (OR: 1,599). Ein Risikoanstieg zeigte sich auch für eine Fehlgeburt (OR: 1,17) und eine Totgeburt (OR: 1,27) nach erneuter Schwangerschaft. Nicht zuletzt war nach Sectio die Wahrscheinlichkeit für eine Placenta praevia, eine Placenta accreta und eine Plazentablösung signifikant höher als nach vaginaler Entbindung.

Literatur

  1. Keag O. E. et al. PLoS Med 15(1): e1002494. DOI: https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1002494CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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