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MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Supplement 1, pp 14–14 | Cite as

Am Lebensende kann sie eine Belastung sein

Keine künstliche Flüssigkeitszufuhr in der Sterbephase

  • Peter Stiefelhagen
AKTUELLE MEDIZIN . REPORT
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Den Patienten nicht verdursten lassen — dieser Grundsatz gilt bei Sterbenden nicht mehr. Auf assistierte Hydratation sollte in dieser Phase verzichtet werden.

_ Die Frage, ob bei Sterbenden noch eine künstliche Zufuhr von Flüssigkeit erfolgen soll, wird immer wieder kontrovers diskutiert. „Unabhängig von anderen Behandlungszielen hat der Arzt bei Palliativpatienten in jedem Fall für eine Basisbetreuung zu sorgen“, so Dr. Klaus Maria Perrar. Dazu gehöre auch das Stillen von Hunger und Durst. Doch das Sterben dürfe durch Unterlassen, Begrenzen oder Beenden einer begonnenen Therapie ermöglicht werden, wenn dies dem Patientenwillen entspricht. „Dies gilt auch für die künstliche Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, zumal diese für Sterbende eine schwere Belastung darstellen können“, so Perrar. Sterbende verspürten keinen Durst, quälend sei jedoch die Mundtrockenheit.

Quälende Mundtrockenheit lindern!

© epd / imago (Symbolbild mit Fotomodellen)

Ein Verzicht auf assistierte Ernährung und Hydratation in der Sterbephase hat für den Betroffenen wesentliche Vorteile: Weniger pulmonale Sekretion, Stau, Husten und Luftnot, weniger Urinausscheidung, weniger Magen-Darm-Inhalt und dadurch weniger Erbrechen, Übelkeit, abdominelle Schmerzen, Völlegefühl, Durchfall, weniger Lagerungswechsel, weniger periphere Ödeme, weniger Schmerzen und Unwohlsein durch Zugänge und Schläuche, weniger Fixierung, um eine Manipulation an Schläuchen zu verhindern. „Künstliche Flüssigkeitszufuhr bringt keine Verbesserung von Symptomen, Lebensqualität und Überlebenszeit“, so Perrar. Auch lindere Flüssigkeitszufuhr die Mundtrockenheit nicht. Wichtiger sei vielmehr eine sorgfältige Mundpflege. Die Beseitigung von Mundtrockenheit gehöre zur Symptomkontrolle in der Sterbephase.

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Authors and Affiliations

  • Peter Stiefelhagen
    • 1
  1. 1.

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