MMW - Fortschritte der Medizin

, Volume 160, Supplement 1, pp 11–11 | Cite as

Grenzwerte zu hoch?

Nitrat im Trinkwasser erhöht Darmkrebsrisiko

  • Dagmar Kraus
AKTUELLE MEDIZIN . MAGAZIN
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Mit der Nitratbelastung des Trinkwassers steigt das Darmkrebsrisiko der Konsumenten. Das gilt offenbar bereits für Werte, die weit unter dem in Deutschland geltenden Grenzwert liegen.

_ Nitrat kann im Körper zu karzinogenen N-Nitroso-Verbindungen und Nitrit umgewandelt werden. Gemäß der EU-Trinkwasserrichtlinie dürfen pro Liter Wasser daher maximal 50 mg Nitrat enthalten sein. Dieser auch hierzulande geltende Grenzwert ist möglicherweise zu hoch, wie eine dänische Studie nahelegt.

In der Analyse wurden die Daten von 1,7 Millionen Personen berücksichtigt und mit der anhand von Trinkwasseranalysen berechneten durchschnittlichen Nitratbelastung in Beziehung gesetzt.

Dabei fand sich ein dosisabhängiger Zusammenhang zwischen Nitratgehalt und Darmkrebsrisiko: Personen, die der höchsten Belastung ausgesetzt waren (≥ 16,75 mg/l), hatten im Vergleich zu jenen, die am wenigsten Nitrat über das Trinkwasser aufgenommen hatten (≤ 0,69 mg/l), ein beinahe 20% höheres Risiko für ein kolorektales Karzinom. Ein ähnlicher Zusammenhang ergab sich für Kolon- und Rektumkarzinome.

Als besonders bedenklich werten die Autoren, dass ein Risikoanstieg bereits bei Nitratkonzentrationen zu verzeichnen war, die deutlich unter den geltenden Grenzwerten liegen.

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Literatur

  1. Schullehner J et al. Int J Cancer 2018; online 13. FebruarGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Dagmar Kraus
    • 1
  1. 1.

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