InFo Neurologie & Psychiatrie

, Volume 18, Issue 11, pp 53–53 | Cite as

Arbeitshilfe zur Versorgungspraxis Demenzkranker

  • Thomas Müller
aktuell
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Über schwer Demenzkranke, die sich kaum noch artikulieren und bewegen können, herrsche zum Teil noch immer die Auffassung, es seien „leere Hüllen“ oder gar „lebende Leichen“, erläuterte Professor Klaus Maria Perrar vom Zentrum für Palliativmedizin der Universität Köln. Dass dies definitiv nicht der Fall ist und diese Patienten komplexe Bedürfnisse wie auch den Wunsch nach Zuwendung haben und ihren eigenen Willen ausdrücken wollen, wurde anhand eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts deutlich. Dafür wurde in der Literatur nach Erkenntnissen über die Bedürfnisse und Verhaltensweisen schwer Demenzkranker gefahndet. Da keine von insgesamt zehn geeigneten Publikationen aus Deutschland stammte, nahm man Erkenntnisse aus Feldforschungen in stationären Einrichtungen der Altenhilfe hinzu. Nachlesen lassen sich die Resultate in der rund 80-seitigen „Arbeitshilfe für die Versorgungspraxis der stationären Altenhilfe“ für Mitarbeiter von Kliniken und Pflegeeinrichtungen (Download: http://palliativzentrum.uk-koeln.de/zentrum-palliativmedizin/dateien/Arbeitshilfe_Bedrfnisse_Demenz.pdf). Der beste Leitfaden nützt jedoch nichts, wenn er in der Praxis keine Beachtung findet. Deshalb ist in einem aktuellen Folgeprojekt geplant, die Arbeitshilfe im Pflegealltag zu implementieren, ihre Praxistauglichkeit festzustellen und sie auf die ambulante Altenhilfe auszudehnen, so Perrar. Auch soll ihre Auswirkung auf die Lebensqualität von Demenzkranken und die Arbeit der Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen evaluiert werden.

Literatur

  1. „Palliativmedizin in der Neurologie. Bedürfnisse am Lebensende von Menschen mit schwerer Demenz“, 89. DGN-Kongress Mannheim, 21. – 24.9.2016Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2016

Authors and Affiliations

  • Thomas Müller
    • 1
  1. 1.

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