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InFo Neurologie & Psychiatrie

, Volume 18, Issue 11, pp 25–25 | Cite as

Prophylaxe der Migräne mit Aura

PFO-Verschluss ohne Effekt

  • Springer Medizin
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Fragestellung: Ist der Verschluss eines offenen Foramen ovale (PFO) bei Migränepatienten mit Aura prophylaktisch wirksam?

Hintergrund: Eine Reihe von krankenhausbasierten Registern hatte einen Zusammenhang zwischen einem PFO und Migräne mit Aura und umgekehrt Migräne mit Aura mit PFO gefunden, den die wenigen populationsbezogenen Studien nicht belegen konnten. Eine Vielzahl von offenen Studien wies auf eine mögliche Wirkung des PFO-Verschlusses zur Migräneprophylaxe hin, andere fanden keine Wirksamkeit und weitere Studien zeigten sogar eine Verschlechterung der Migräne. Eine erste Studie in England (MIST) war bezüglich des PFO-Verschlusses negativ verlaufen [1].

Patienten und Methodik: In die Studie wurden 107 Migränepatienten mit Aura und PFO rekrutiert, die auf eine medikamentöse Prophylaxe nicht ansprachen. Beide Gruppen erhielten über sechs Monate ASS und drei Monate Clopidogrel. Bei 53 Patienten wurde das PFO mit dem Amplatzer Occluder verschlossen. Der primäre Endpunkt war eine Reduktion der monatlichen Migränetage in den Monaten 9 bis 12 nach der Randomisierung gegenüber einer dreimonatigen Baselinephase.

Ergebnisse: 83 Patienten absolvierten den 12-Monats-Follow-up. Die mittlere Zahl der Migränetage in der Baseline war 8,0 in der Verschluss- und 8,3 in der Kontrollgruppe. Die Reduktion der Migränetage pro Monat betrug 2,9 Tage nach PFO-Verschluss und 1,7 Tage in der Kontrollgruppe (p = 0,17, nicht signifikant).

Schlussfolgerung: Der perkutane PFO-Verschluss ist bei Migränepatienten mit Aura nicht prophylaktisch wirksam.

Kommentar von Hans-Christoph Diener, Essen

PFO-Verschluss bei Migräne mit Aura jetzt endgültig „vom Tisch“

Diese von der Firma St. Jude finanzierte Studie zeigt eindeutig, dass der Verschluss eines PFO bei Patienten mit einer Migräne mit Aura nicht prophylaktisch wirkt. Die randomisierte Studie belegt auch erneut, dass man sich nicht auf die Ergebnisse von offenen Studien verlassen kann, da insbesondere bei der Prophylaxe der Migräne ein erheblicher Placeboeffekt besteht. Zeitgleich mit der hier publizierten PRIMA-Studie wurde eine parallel laufende Studie zum PFO-Verschluss beendet, die ebenfalls keinen Unterschied fand und die noch nicht publiziert ist.

Referenz

  1. 1.
    Dowson A et al. Circulation 2008; 117: 1397–404CrossRefPubMedGoogle Scholar

Literatur

  1. Mattle HP, Evers S, Hildick-Smith D et al. Percutaneous closure of patent foramen ovale in migraine with aura, a randomized controlled trial. Eur Heart J 2016; 37: 2029–36CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2016

Authors and Affiliations

  • Springer Medizin

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