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InFo Hämatologie + Onkologie

, Volume 22, Issue 9, pp 50–50 | Cite as

Vermittelt Methylierung antitumorale Effekte von Acetylsalicylsäure (ASS)?

  • Moritz Borchers
kurz notiert
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Es gibt Hinweise, dass die Einnahme von ASS das Risiko für bestimmte Tumoren senken bzw. den Verlauf der Erkrankung abmildern kann. Die Datenlage ist aber keineswegs eindeutig, schon gar nicht für alle Entitäten: In manchen Studien fanden sich keine Effekte, in anderen sogar eine Risikoerhöhung unter ASS-Einnahme [vgl. Skelin M et al. JAMA Oncol. 2019;5(6):912-3]. Bei Brustkrebs deuten nun neue Beobachtungsdaten daraufhin, dass ASS das Krebsrisiko unterschiedlich beeinflusst, je nachdem, ob DNA im Tumor bzw. in Zellen im peripheren Blut methyliert ist oder nicht [Tengteng Wang et al. Cancer. 2019; http://doi.org/c9sc].

Bei Patientinnen mit methyliertem BRCA1-Promotor, die vor der Brustkrebsdiagnose regelmäßig ASS eingenommen hatten, war die Gesamtsterblichkeit erhöht (Hazard Ratio [HR] 1,67). Bei Patientinnen mit unmethyliertem BRCA1-Promotor fand sich diese Risikoerhöhung dagegen nicht (HR 0,99; pInteraktion ≤ 0,05). Und für Patientinnen mit unmethylierten Promotoren für BRCA1 (HR 0,60) und den Progesteronrezeptor (HR 0,78) sowie für solche mit einer Hypermethylierung von LINE-1 (Marker für die globale Methylierung; HR 0,63) wurde eine reduzierte brustkrebsspezifische Mortalität beobachtet (pInteraktion je ≤ 0,05). Indes beinhalteten die HR-Konfidenzintervalle zum Teil auch Nulleffekte — und die betrachteten Subgruppen waren sehr klein. Es muss also weiter geforscht werden, wie auch die US-Wissenschaftler selber einräumen.

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Moritz Borchers
    • 1
  1. 1.

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