Planungstheorie und Planungswissenschaft im Praxistest: Arbeitsalltag und Perspektiven von Regionalplanern in Deutschland

  • Meike Hellmich
  • Christian Wilhelm Lamker
  • Linda Lange
Wissenschaftlicher Beitrag

DOI: 10.1007/s13147-016-0464-x

Cite this article as:
Hellmich, M., Lamker, C.W. & Lange, L. Raumforsch Raumordn (2017) 75: 7. doi:10.1007/s13147-016-0464-x

Zusammenfassung

Räumliche Herausforderungen überschreiten zunehmend kommunale Grenzen und Regionalplaner stehen in komplexen Zusammenhängen zwischen lokaler Selbstverwaltung und großräumigen Veränderungen, in denen sie mit formellen und informellen Instrumenten gleichermaßen agieren können. Doch wie überhaupt geplant wird und wie der Arbeitsalltag eines Regionalplaners in Deutschland aussieht, ist wissenschaftlich nur wenig erforscht. Auch die Einstellung von Praktikern gegenüber der Planungswissenschaft und planungstheoretischen Ansätzen ist vielfach unklar und wenig empirisch belegt. Diesen Fragestellungen widmet sich der vorliegende Beitrag, der auf einer bundesweiten Online-Umfrage von Regionalplanern in Deutschland beruht. Ebenso vielfältig wie die Planung als Disziplin sind die ihr zugrunde liegenden Theorien und Praktiken, mit denen geplant und umgesetzt wird. Eine bessere Wissensgrundlage über den aktuellen Planungsalltag und die Einschätzungen von Regionalplanern ist erforderlich, um deren Möglichkeiten einschätzen und sie wissenschaftlich zielgerichtet unterstützen zu können. In diesem Beitrag werden Fragen zum Arbeitsalltag deutscher Regionalplaner, ihrem aktuellen Planungshandeln, dem Transfer von Erkenntnissen und Expertisen zwischen Wissenschaft und Praxis, der Entstehung und dem Nutzen von Theorien sowie der Sichtweise der Planungspraktiker auf Planungstheorien behandelt. Die Ergebnisse zeigen eine vielfältige Landschaft praktischer Tätigkeiten und eine Dualität zwischen großem Interesse an wissenschaftlichen Erkenntnissen und Planungstheorie, aber auch Kommunikations- und Verständnisprobleme auf.

Schlüsselwörter

Planungswissenschaft Planungstheorie Planungspraxis Theorie-Praxis-Transfer Regionalplanung Befragung 

Planning Theory and Planning Science in Practice: Everyday Work and Prospects for Regional Planners in Germany

Abstract

Spatial planning challenges increasingly cross local boundaries. Statutory planning, which is organized along all different levels of government, is very complex and with its mix of informal and formal instruments difficult to put into fixed categories. It acts between local self-autonomy and large-scale spatial changes. Available empirical evidence about how and whereby planning is currently done, is often unclear or weak. This article is grounded on a survey of practitioners within regional planning administrations in Germany to investigate the development and use of theories and the perspectives of practitioners on these theories. Theories and their understanding prove to be as diverse as practice itself. The challenge to translate scientific evidence into working progresses of practitioners, the understanding of theories and the self-perception of planning practitioners has also been addressed. One main aim of this article is to show perspectives on the daily work in practice, the transfer of expertise between research and practice, the emergence and use of theories as well as the perception of planning theories by practitioners. Results reveal a highly diverse landscape of planning practices and a duality between a vested interest in research evidence and planning theories, but also deficiencies in communication and mutual understanding.

Keywords

Planning research Planning theory Planning practice Theory-practice transfer Regional planning Survey 

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  • Meike Hellmich
    • 1
  • Christian Wilhelm Lamker
    • 2
  • Linda Lange
    • 3
  1. 1.Institut für Ländliche RäumeJohann Heinrich von Thünen-Institut BraunschweigBraunschweigDeutschland
  2. 2.Fachgebiet Stadt- und RegionalplanungTechnische Universität DortmundDortmundDeutschland
  3. 3.Institut für UmweltplanungLeibniz Universität HannoverHannoverDeutschland

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