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Perspektiven der Raumordnung in Europa

Perspectives of Spatial Planning in Europe

Zusammenfassung

Absehbar ist mit Vorgaben der EU für die maritime Raumordnung zu rechnen, die auf Harmonisierung des Rechts der Raumordnung in den Mitgliedstaaten gerichtet sein und dabei auch Auswirkungen auf das Raumordnungsrecht zu Lande haben werden. Dieser Prozess sollte von deutscher Seite aktiv begleitet werden, um nationale Erfahrungen einzubringen – nicht zuletzt, um im innerstaatlichen Bereich erkannte Fehlentwicklungen auf europäischer Ebene zu verhindern. Zu den dergestalt harmonisierenden Maßgaben des Europarechts zählen organisationsrechtliche Regelungen über eine von den Mitgliedstaaten zu benennende „einheitliche Stelle“: materiell-rechtlich solche über eine Verpflichtung der Raumordnung auf Nachhaltigkeit und überörtliches wie überfachliches Handeln, instrumentell über einen abgestimmten Einsatz von planerisch-verbindlichen Festsetzungen in Raumordnungsplänen einerseits und informeller Instrumente andererseits, über einen Einsatz des Raumordnungsverfahrens im maritimen Bereich, ferner über die Zuweisung neuer Aufgaben an die Raumordnung(sstellen), wie Monitoring und Mediation. Schließlich muss die bisherige Vorrangigkeit des europäischen Naturschutzrechts zugunsten einer abwägenden Berücksichtigung im Rahmen der Raumordnung abgelöst werden.

Abstract

Guidelines of the EU for the maritime spatial planning are to be expected in the foreseeable future. Such guidelines will be targeted to achieve a harmonisation of the spatial planning legislation within the member states and will also impact the spatial planning legislation onshore. This process should be actively accompanied by German institutions to contribute national learnings—and, not at least, to avoid unfavourable developments on a European level which have been recognized nationally. Such harmonising stipulations of the European legislation include organisational regulations regarding a “single body” to be nominated by the member states, substantive rules in regard to a commitment of spatial planning to sustainability and supra-regional as well as cross-disciplinary actions, in terms of instrumentation via a coordinated use of binding specifications in spatial plans on the one hand and informal instruments on the other hand, via the application of the spatial planning procedures within the maritime area and furthermore via the assignment of new tasks to the spatial planning (bodies), as monitoring and mediation. Finally, the former priority of the European nature conservation legislation has to be replaced by a balancing consideration within the scope of spatial planning.

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Notes

  1. 1.

    Deshalb wird nachfolgend auf eine Literaturdiskussion verzichtet. Zum rechtlichen Hintergrund vgl. etwa die Nachweise bei Erbguth (2011), vgl. zur Bundesraumordnung nach „Schönefeld“ Durner (2010), zur europäischen Perspektive Battis/Kersten (2009), zu den Planungssystemen in Europa Ritter (2009: 118 ff.), zum Dauerthema Raumordnung – Fachplanung Kment (2010) und Deutsch (2010), zum Klimaschutz durch Raumordnung Reidt (2011), zur raumordnerischen Standortplanung Rojahn (2011), zum Einsatz der Raumordnung als Risikoplanung Kment (2011).

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Correspondence to Wilfried Erbguth.

Additional information

Der Beitrag beruht auf einem Vortrag anlässlich der Wissenschaftlichen Plenarsitzung der Akademie für Raumforschung und Landesplanung „Raumentwicklung in Europa 2020“ am 16./17. Juni 2011 in Bremen; er gibt eigene Sichtweisen des Autors wieder. Der Vortrag ist eingegangen in ein Rechtsgutachten zur Gesetzgebung für eine maritime Raumordnung in Europa, erstellt im Auftrag des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern.

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Erbguth, W. Perspektiven der Raumordnung in Europa. Raumforsch Raumordn 69, 359–365 (2011). https://doi.org/10.1007/s13147-011-0125-z

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Schlüsselwörter

  • Europäische Raumordnung
  • Formelle Instrumente der Raumordnung
  • Informelle Instrumente der Raumordnung
  • Mediation
  • Monitoring
  • Europäischer Naturschutz

Keywords

  • European spatial planning
  • Formal instruments of spatial planning
  • Informal instruments of spatial planning
  • Mediation
  • Monitoring
  • European nature conservation