Ekzeme am Kinderfuß

Oft ist der Turnschuh schuld!

Hinter einem hartnäckigen Ekzem am Fuß steckt bei Kindern häufig eine Kontaktallergie. In einer Studie aus Spanien fanden sich als Auslöser vor allem „Chemie“ im Schuhwerk, aber auch in Verbandsmaterial.

Der Kinderfuß, der oft und über lange Zeit im Turnschuh steckt, ist geradezu prädestiniert, eine Kontaktallergie zu entwickeln: Im geschlossenen Schuh bildet sich durch Feuchtigkeit, Wärme und einem Mix aus diversen Chemikalien ein geradezu idealer Nährboden für ein (allergisches) Ekzem.

Forscher der Universitätshautklinik im spanischen Valencia haben bei 389 Kindern untersucht, was hinter der chronisch entzündlichen Dermatose steckte, die sich im Fußbereich entwickelt hatte. Die im Mittel 10 Jahre alten Patienten waren zum Patch-Test an die Hautklinik überwiesen worden. Bei 52 von ihnen war das Fußekzem das einzige Hautproblem.

Kontaktallergie bei 44 %

56 % der Kinder mit ausschließlichem Fußekzem hatten einen oder mehrere positive Patch-Tests. Bei 44 % stellte sich eine Kontaktallergie als Ursache heraus. In 23 % der Fälle handelte es sich um eine atopische Dermatitis, bei 15 % um eine juvenile Plantardermatitis, in 11,5 % um ein dyshidrotisches Ekzem. Bei einem Patienten schließlich fand sich eine Tinea pedis.

Unter den Allergenen dominierte vor allem Kaliumdichromat. Die Substanz, die von Schuhherstellern zum Gerben von Leder verwendet wird, war bei 12 Patienten verantwortlich für das Ekzem. In 11 Fällen lag eine Sensibilisierung gegen das Konservierungsmittel Thiomersal vor, wobei dieses den Forschern zufolge jedoch nur in einem Fall für das Fußekzem relevant war. Thiomersal war hier in einem Desinfektionspräparat enthalten gewesen.

Bei 6 Patienten war der Auslöser der Kontaktallergie Kobaltchlorid, bei 5 der Klebstoffbestandteil Kolophonium. Ein sogenannter Mercapto-Mix (eine Benzothiazylverbindung) spielte in 3 Fällen eine Rolle. Dieser dient als Vulkanisationsbeschleuniger und wird bei der Herstellung von Schuhsohlen aus Gummi eingesetzt.

Das Fazit der Forscher um Dr. José-María Ortiz-Salvador: Bei insgesamt 16 Kindern lag die Ursache für die Kontaktallergie nachweislich im Schuhwerk. 7 Fälle allerdings waren iatrogen bedingt, und zwar hauptsächlich durch das in selbstklebendem Verbandsmaterial enthaltene Kolophonium.

Am häufigsten war der Fußrücken betroffen. In Fällen, in denen es sich nicht um ein Kontaktekzem handelte, hielten sich jedoch Fußrücken und -sohle die Waage. Bei Lokalisation am Zehenballen handelte es sich in über 80 % der Fälle um eine juvenile Plantardermatose.

Die Forscher weisen auf den vergleichsweise hohen Anteil an Jungen unter den Patienten hin. Der Grund hierfür sei wohl, dass Jungen häufiger Turnschuhe trügen als Mädchen. Das Fußekzem schien darüber hinaus, anders als Ekzeme an der Hand, in den meisten Fällen nicht auf eine atopische Dermatitis hinzuweisen.

Unerlässlich sind den Forschern zufolge in jedem Fall eine sorgfältige Anamnese sowie gegebenenfalls entsprechende Allergietests, wenn sich ein Kind mit einem hartnäckigen, phasenweise akut bläschenbildenden Ekzem am Fuß vorstellt. In der vorliegenden Studie hätte die Diagnose in allen Fällen einer Kontaktallergie auf der Grundlage von Standardtestreihen gestellt werden können, so die spanischen Dermatologen.

Für den Standardtest wird geraten, auf spezielle Testreihen für Kinder zurückzugreifen. Dabei sollte die Auswahl der zu testenden Allergene so klein wie möglich und so groß wie nötig sein. Die Kinderärztin Dr. Antonia Kienast, Hamburg, warnt vor dem bei Kindern hohen Sensibilisierungspotenzial einzelner Substanzen, was zu falsch positiven Befunden führen könne. Generell sollte ein Epikutantest erst nach einer Latenzzeit von 3 bis 6 Wochen durchgeführt werden, um eine Boosterung der allergischen Reaktion zu vermeiden [Kienast A. Pädiatrische Allergologie 2013;1:5-12].

Literatur

  1. Ortiz-Salvador J-M et al. Pediatric Dermatology 2017; http://doi.org/10.1111/pde.13203

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Correspondence to Dr. Elke Oberhofer.

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Oberhofer, E. Oft ist der Turnschuh schuld!. ästhet dermatol kosmetol 9, 11 (2017). https://doi.org/10.1007/s12634-017-5510-3

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