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Bioverfügbare Kieselsäureverbindungen können Haarqualität verbessern

Nahrungsergänzungsmittel unterstützen Lokaltherapie
panorama
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Die positive Wirkung oral verabreichter Siliciumverbindungen auf die Elastizität und Zugfestigkeit insbesondere von feinen Haaren konnte anhand einer placebokontrollierten Studie nachgewiesen werden. Ihre Verwendung in gezielt zusammengesetzter Nahrungsergänzung scheint deshalb bei Haarproblemen sinnvoll.

© thinkstock.com

Die biologisch-medizinische Bedeutung von Silicium, einem auf der Erde weit verbreiteten Mineral, wurde vielfach beschrieben. Als wichtiges Spurenelement soll es den Aufbau und Erhalt verschiedener Strukturen wie Bindegewebe, Knorpel, aber auch Haare, Haut und Nägel unterstützen.

So konnte in Tierversuchen gezeigt werden, dass Siliciummangel Störungen in der Entwicklung und Beschaffenheit des Bindegewebes, der Haut, Haare, Nägel und Knochen verursachen kann. Durch Zugabe von Silicium verbesserte sich das Bild. Eine andere Studie belegt einen positiven Effekt von Silicium auf Oberfläche und hautmechanische Eigenschaften bei lichtgealterter Haut [1].

Bezüglich der Wirkung auf Haare führten klinische Beobachtungen [2] letztlich zu der Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen der Haarqualität und der Präsenz von Silicium besteht. In einer offenen Pilotuntersuchung konnte beispielsweise gezeigt werden, dass die Haardicke unter oral verabreichtem Silicium zugenommen hatte. All diese Hinweise wurden in der vorliegenden Studie [3] wissenschaftlich untermauert.

Wirksamkeitsnachweis erbracht

Im Rahmen einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie [3] wurde der Effekt von oral verabreichter cholin-stabilisierter Ortho-Kieselsäure auf Haarfestigkeit und Morphologie der Haare untersucht. Diese stabilisierte Form des Spurenelements weist eine hohe Bioverfügbarkeit auf. 48 Frauen mit dünnem Haar nahmen über einen Zeitraum von neun Monaten täglich 10 mg eine Silicium-Verbindung ein. Als wichtige messbare Kriterien für die Dehn- und Belastbarkeit des Haares und damit für die morphologische Qualität und letztlich auch das Erscheinungsbild wurden die Elastizität und Zugfestigkeit gemessen. Die Messung erfolgte jeweils vor und nach der Behandlungsperiode.

Darüber hinaus wurde die Dickenveränderung des Haares erfasst und mit den anderen Messparametern in Korrelation gesetzt.

Der Elastizitätsgradient ging in beiden Gruppen (Verum und Placebo) zurück, die Veränderung war in der Verumgruppe jedoch signifikant geringer, Das heißt, der Elastizitätsverlust konnte durch die Gabe von Silicium signifikant reduziert werden.

Auch die Brüchigkeit ging in beiden Gruppen zurück, wobei auch hier der Unterschied signifikant war. Die Autoren folgern, dass die Bruchfestigkeit des Haares durch die Gabe von geeigneten Kieselsäureverbindungen erhöht werden kann.

Auch bezüglich der Haarmorphologie wurden signifikante Veränderungen festgestellt. Am Ende der Behandlungsperiode hatte die durchschnittliche Haardicke der Verumgruppe im Vergleich zur Placebogruppe signifikant zugenommen. Ebenso ergab sich beim Vergleich der Minimal- und Maximalwerte eine stärkere Dickenzunahme bei der Verumgruppe.

Diese positiven Ergebnisse wurden darüber hinaus dadurch untermauert, dass die Stärkenzunahme deutlich mit den Veränderungen im Elastizitätsgradienten und der Zugfestigkeit korrelierte. Die Autoren vermuten, dass Silicium einerseits einen strukturellen Einfluss auf das Keratin oder den Haarfollikel hat und dort zudem für eine bessere Nährstoffversorgung sorgt. Es stärkt die Hornmatrix durch Unterstützung der Quervernetzung der Keratin-Protein-Bausteine. Silicium übernimmt in diesem Prozess eine sogenannte „Helferfunktion“, die dazu führt, dass das Haar aus der Wurzel heraus dicker nachwächst.

Die Autoren schließen daraus, dass diese erste randomisierte, placebo-kontrollierte Doppelblindstudie den positiven Effekt einer oralen Siliciumzufuhr auf die Haarmorphologie und die Zugfestigkeit belegt. Die Nahrungsergänzung mit bioverfügbaren Silikaten trägt nachweislich dazu bei, die Haarelastizität sowie die Festigkeit zu erhalten und die Schaftdicke zu erhöhen.

Analogschluss für die Praxis

Was bedeuten die Ergebnisse für die praktische Anwendung? Die Ergebnisse zeigen, dass mit positiven Ergebnissen zu rechnen ist, wenn Silicium in ähnlich bioverfügbarer Form und Dosierung über einen vergleichbar langen Zeitraum verabreicht wird. Dazu gehört beispielsweise organisch gebundenes Silicium aus pflanzlichen Extrakten wie aus Schachtelhalm.

Die Verwendung von Silicium in Nahrungsergänzungsmitteln ist also sinnvoll, insbesondere auch dann, wenn gleichzeitig andere Nährstoffe (z.B. Biotin, Zink, Vitamine) substituiert werden, für die ebenfalls ein positiver Einfluss auf die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von dünnem, feinem und kraftlosem Haar nachgewiesen ist und die vorzeitigem Haarverlust vorbeugen.

(Dr. Lutz Lautenbacher Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Arzneimittel, Lebensmittel und Kosmetik)

Literatur

  1. [1]
    Barel A et al, Arch Dermatol Res (2005) 297, 147–153.PubMedCrossRefGoogle Scholar
  2. [2]
    Courtois M et al, Br J Dermatol (1996) 134, 47–54PubMedCrossRefGoogle Scholar
  3. [3]
    R.R. Wickett et al, Arch.Dermatol.Res (2007) 299: 499–505PubMedCrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 2012

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