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Soziale Passagen

, Volume 5, Issue 1, pp 17–35 | Cite as

Armut und Ausgrenzung als Beschämung und Missachtung

Hilfe im Kontext der Lebensmittelausgaben „Die Tafeln“ und ihre Konsequenzen
  • Holger SchonevilleEmail author
Im Blickpunkt

Zusammenfassung

Der Beitrag reflektiert das Phänomen der Lebensmittelausgaben „Die Tafeln“ vor dem Hintergrund ausgrenzungs- und intersubjektivitätstheoretischer Überlegungen und fragt anhand eines empirischen Falls nach der Bedeutung und den Konsequenzen für die NutzerInnen der Angebote. Armut und soziale Ausgrenzung werden dabei als Verhältnisse innerhalb der Gesellschaft verstanden, welche durch die Gleichzeitigkeit von Integration und Ausgrenzung gekennzeichnet sind. Innerhalb dieser Konstellation stellen Gefühle der Scham und Missachtung emotionale Ausdrucksformen von Armut und Ausgrenzung dar, welche die positiven Selbstbeziehungen der jeweiligen Subjekte angreifen. In der Analyse eines biographischen Interviews mit einer Nutzerin wird aufgezeigt, welche Bedeutung die Angebote der Lebensmittelausgabe einnehmen und in welcher Weise die Hilfeleistung mit Angriffen auf die positive Selbstbeziehung ihrer Nutzerin einhergeht. Die Lebensmittelausgaben werden als ein Ort rekonstruiert, an dem zum einen Hilfe geleistet wird, zum anderen jedoch die Beschämung und Missachtung der betroffenen Subjekte zu den konstitutiven Bedingungen gehören.

Schlüsselwörter:

Armut Beschämung Lebensmittelausgaben Helfen Almosen 

Poverty and social exclusion as shame and disrespect – Support within the context of food banks and its consequences

Abstract

The article reflects about the phenomenon of food banks against the backdrop of theories on social exclusion and intersubjectivity, questioning the significance and consequences for users of the service based on an empirical case. Poverty and social exclusion are considered as circumstances within the society which are hallmarked by the concurrency of integration and exclusion. Within that constellation feelings of shame and disrespect become emotional expressions of poverty and exclusion, leaving the positive self-relation of the affected subjects vulnerable. In the analysis of a biographical interview with a user, it’s shown what importance the food supply offerings take up and in which way this support is accompanied by assaults on positive self-relation. The food banks can be understood as places that offer support on the one hand, however also feature shame and disrespect for the affected subjects as constitutive circumstances.

Keywords:

Poverty Shame Food Banks Support Charity 

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Copyright information

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Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich Humanwissenschaften, Fachgebiet für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit und außerschulische BildungUniversität KasselKasselDeutschland

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