Advertisement

Keil, S., & Stahl, B. (Hrsg.). (2014). The Foreign Policies of Post-Yugoslav States. From Yugoslavia to Europe. Basingstoke, New York: Palgrave Macmillan, 259 S., ISBN: 978-1137384126, ca. € 95,-.

  • Wolf Schünemann
Rezension
  • 59 Downloads

Die Wahrnehmung des Balkans ist bis heute durch Schul- und Geschichtsbücher geprägt, die die Region als Pulverfass Europasdarstellen. Dazu passt die auch im Band zitierte Äußerung Winston Churchills, wonach der Balkan mehr Geschichte produziert habe, als er konsumieren könne (S. 243–244). Tatsächlich hat das Auseinanderbrechen des jugoslawischen Gesamtstaates mit Elend und Gewalt in den 1990er Jahren die Wahrnehmung der Region bis in die Gegenwart geprägt. In vielen Betrachtungen wird auch heute, also über 15 Jahre nach Ende des Kosovo-Kriegs, gern das in negativem Sinne integrierende Wort vom krisengeschüttelten Hinterhof gebraucht. Allerdings sind die post-jugoslawischen Staatswesen – mit dem international umstrittenen Sonderfall Kosovo – zu souveränen Einheiten in der internationalen Politik geworden und haben mehr oder weniger unabhängige Außenpolitiken entwickelt. Die allfällige pauschale Betrachtung der Region scheint also kaum mehr zulässig. Ganz in diesem Sinne formulieren...

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Politische WissenschaftRuprecht-Karls-Universität HeidelbergHeidelbergDeutschland

Personalised recommendations