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Der MKG-Chirurg

, Volume 11, Supplement 1, pp 1–2 | Cite as

Zehn abgeschlossene Jahrgänge Der MKG-Chirurg

  • G. Gehrke
Editorial
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Ten complete volumes of Der MKG-Chirurg

Liebe MKG’lerinnen, liebe MKG’ler,

Zehn Jahre Publikationen in einem neuen Format, dazu berichtete Kollege Ulrich im letzten Jahr. Nun legt eine Dekade die Überlegung nahe, zu reflektieren, was sich denn in diesen 10 Jahren im Fach ereignet, v. a. aber verändert hat.

Die Idee, Angelegenheiten der Sektion Wissenschaft und des Berufsverbandes getrennt darzustellen, erweist sich bei näherer Betrachtung als wenig sinnvoll und beschreibt gleichermaßen eine der entscheidenden Wandlungen. Vermeintlich einer Sektion zuzuordnende Themen zeigen bei näherem Hinsehen rasch ihre Auswirkungen auf alle Bereiche der MKG-Chirurgie und damit das Wohlergehen des gesamten Fachs. So dreht sich heute z. B. das Berufungskarussell an den Universitäten anders, als dies früher der Fall war, seit durch entsprechende Klagen die Sperrfristen zur weiteren Bewerbung gänzlich gefallen sind. Hier wie bei der Besetzung von Chefarztstellen spielt die Attraktivität am Ort eine große Rolle. Verlierer bleiben leicht die so empfundenen weniger attraktiven Standorte. Dabei ist für die adäquate Präsenz der MKG-Chirurgie und die Weiterbildungsmöglichkeiten natürlich jeder Standort wichtig.

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Leitlinien. Primär wissenschaftlich erarbeitet, was viel Engagement und großen Fleiß erfordert, wirken sie durch definierte Behandlungsstandards nachhaltig bis in die Rechtsprechung. Hier galt es in den letzten Jahren, ein kommerzielles, dem DIN-Institut ähnliches Unternehmen namens Comité Européen de Normalisation (CEN) bei der Normierung auf europäischer Ebene abzubremsen, um die medizinische Kompetenz zu erhalten. Bundesärztekammer und Bundesministerium schlossen sich dieser Initiative erfreulicherweise später an.

Längst haben Sie erkannt, dass diese Interdependenzen viele, ja die meisten Aspekte des Fachs betreffen. Dies illustriert in eindrucksvoller Weise, wie sinnvoll und hilfreich das Zusammenwirken von Berufsverband und wissenschaftlicher Gesellschaft insbesondere für ein kleineres Fach ist. Dies findet Ausdruck in den seit 2 Jahren gemeinsam veranstalteten Kongressen, die eine ausgesprochen positive Resonanz erfahren. Um spezifischen Interessen der Praxisführung ein weiteres Forum zu öffnen, haben wir im letzten Jahr beschlossen, die Herbst- in eine Frühjahrstagung umzugestalten. Eine weitere Neuerung in diesem Bereich ist der Arbeitskreis Wissenschaft (AKWi), dem alle interessierten Mitglieder der DGMKG beitreten können. Der im AKWi gewählte Vorstand vertritt die Interessen der Wissenschaft in der Deutschen Gesellschaft für MKG-Chirurgie (DGMKG). Darüber hinaus wird dies der Gesellschaft auch gestatten, einen leichteren Weg in die gelegentlich fragwürdige Forderung nach einer Gemeinnützigkeit zu schaffen, den die Steuergesetzgebung von wissenschaftlichen Dachgesellschaften wie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften oder der Deutschen Gesellschaft für Zahn‑, Mund- und Kieferheilkunde einfordert.

Eine außerordentlich positive Zusammenarbeit mit den Institutionen der Bundesärzte- (BÄK) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zahlt sich ebenso aus wie ein entspanntes Verhältnis zu benachbarten Fächern. So ist es uns gelungen, in guter Kooperation mit der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde eine Musterweiterbildungsordnung für das Fach und die Zusatzbezeichnung auf den Weg zu bringen. Die medikamentöse Tumortherapie befindet sich hier noch in der Abstimmung.

Diese gute Kooperation verlangt unserer kleinen Gesellschaft natürlich viel ab, denn sie muss in beiden Bereichen aktiv sein, zuerst national, aber auch in Europa. Mit dem Bund Deutscher Oralchirurgen (BDO) konnten wir gemeinsame Herbsttagungen veranstalten und mit der BZÄK bei der Neuauflage einer Approbationsordnung für Zahnärzte tätig werden. Diese dringend wünschenswerte Erneuerung fiel dann leider bis auf Weiteres der Politik zum Opfer. So erging es uns auch mit der vielen Arbeit, die wir in eine neue Gebührenordnung für Ärzte gesteckt haben. Hier könnte mit deutlich anderen Entwicklungen zu rechnen sein – je nachdem, wie sich die politische Landschaft im Bund weiter entwickelt. Auch in einem föderalen Staat entfaltet die Bundespolitik eine große Anziehung, und Berlin als Sitz von beiden, BZÄK und BÄK, den kassenärztlichen Vereinigungen und dem Gemeinsamen Bundesausschuss spielt als Hauptstadt die entscheidende Rolle. Auch die DGMKG ist und wird in Berlin präsent sein. In enger Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Chirurgen (BDC) fühlen wir uns im Langenbeck-Virchow-Haus zentral gut aufgehoben.

Auch in der Gesundheitspolitik steht das Rad nie still. Komplexe Organisationsformen verlangen alerte Aufmerksamkeit: Gerade beginnt im weiten Vorfeld einer zu kreierenden neuen Approbationsordnung für Ärzte (Stichwort Medizin 2020) das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) seine komplexen Aktivitäten. Für die MKG-Chirurgie ist von entscheidender Bedeutung, auch im Lehrkatalog der Medizin verankert zu sein. Auch wenn die Erarbeitung einer neuen ärztlichen Approbationsordnung erst begonnen hat, bleibt dieser Aspekt für unser Fach extrem wichtig.

Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir im Bereich der Fort- und Weiterbildung gegenwärtig dabei sind, uns mit der Akademie und der Europäischen Fortbildungsakademie für Medizin und Zahnmedizin (EFMZ) weiterzuentwickeln, um Ihnen auch künftig aktuelle, zeitgemäße Strukturen und Inhalte anbieten zu können.

Dieser kurze Überblick möge Ihnen einen Eindruck von den auch in der Berufspolitik immer komplexeren Herausforderungen in immer rascherer Folge vermitteln – denken Sie an die Hygiene und die neuen Datenschutzgesetze in Zusammenhang mit der Gesundheitskarte. Das schaffen wir nur mit Ihrer wohlwollenden Unterstützung!

Herzlichst Ihr

Prof. Dr. Dr. G. Gehrke

Notes

Interessenkonflikt

G. Gehrke gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

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Authors and Affiliations

  1. 1.Praxis MKG-Chirurgie, Dres. U. & G. GehrkeHannoverDeutschland

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