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Liebe Leserin, lieber Leser,

der soziale Sektor hat in den zurückliegenden Jahren einen umfassenden Wandel erlebt, der sowohl das Management als auch die Organisationsstrukturen der Leistungsanbieter umfasste. Davon betroffen sind auch die Wohlfahrtsverbände, zumal sie gleichzeitig auch ein enormes personelles Wachstum erfahren haben und inzwischen zu den großen Arbeitgebern Deutschlands gehören. Einigen wurde zuletzt vorgeworfen, Wohlfahrt und ehrenamtliches Engagement zu predigen, ihren Geschäftsführer_innen aber hohe Bezüge und imposante Dienstwagen zuzugestehen. Ein weiterer Kritikpunkt: das für Beschäftigte von Caritas und Diakonie geltende kirchliche Arbeitsrecht.

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, die Situation der Wohlfahrtsverbände in einem Schwerpunkt zu behandeln. Wir möchten damit auch etwas Licht in die Welt der stillen Riesen bringen, die sich mit genauen Angaben zu ihrer Geschäftstätigkeit gern zurückhalten. Thomas Rauschenbach, Felix Berth und Matthias Hoffjan konstatieren in ihrem Beitrag „Wohlfahrtsverbände als Profiteure des sozialen Wandels?“ jedenfalls: „Es scheint kein ernsthaftes Interesse der Verbände zu geben, die eigene Entwicklung transparent aufzubereiten und öffentlich darzustellen.“

Im „Durchblick“ dieser Ausgabe geht’s um den langen Reformprozess des SGB VIII, der Mitte dieses Jahres nun zunächst abgeschlossen wurde. Wie immer in solchen Verfahren bleiben etliche Forderungen und Wünsche unberücksichtigt, da das Ziel, eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe, je nach Position der Beteiligten unterschiedlich verstanden wird. Die Beiträge des Schwerpunkts thematisieren daher auch weitere Potenziale und offene Punkte für den weiteren Weg.

Dies ist bereits die letzte Ausgabe für dieses Jahr; ich wünsche Ihnen angenehme Feiertage und alles Gute für 2022.

Detlef Ullenboom

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Ullenboom, D. Liebe Leserin, lieber Leser,. Sozial Extra 45, 369 (2021). https://doi.org/10.1007/s12054-021-00442-3

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