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Wohlfahrtsverbandliche Anwaltschaft

Möglichkeiten und Grenzen advokatorischer Interessenvertretung

Zusammenfassung

Die Anwaltsfunktion für benachteiligte Bevölkerungsgruppen gehört zum Selbstverständnis der freien Wohlfahrtspflege. Wenn die Wohlfahrtsverbände ihren Anspruch auf (advokatorische) Anwaltschaft in einer ökonomisierten Gesellschaft einlösen möchten, müssen sie ihre advokatorische Rolle durch Stellvertretung kritisch reflektieren und weiterentwickeln.

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Notes

  1. 1.

    Zum Forschungsstand Backhaus-Maul (2018); grundlegend u. a. die Arbeiten von Thomas Olk (2007) und Ingo Bode (2009).

  2. 2.

    Der Policy-Cycle (Politikzyklus) ist das bekannteste Modell der Politikfeldanalyse, dazu Blum und Schubert (2009). Politisches Handeln wird prozessual in verschiedene Phasen aufgeteilt und kreisförmig, eben als Zyklus dargestellt. Zur Bedeutung der Politikfeldanalyse für die Frage nach der wohlfahrtsverbandlichen Anwaltsfunktion Messan (2019, S. 170–180).

  3. 3.

    Die damalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat in ihrer Rede im Deutschen Bundestag (am 16.09.2010 zum Einzelplan 17 des Bundeshaushalts 2011) die volle Anrechnung des Elterngeldes auf Leistungen nach dem SGB II der Logik des aktivierenden Sozialstaates folgend mit dem Lohnabstandsgebot begründet.

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Messan, M. Wohlfahrtsverbandliche Anwaltschaft. Sozial Extra (2021). https://doi.org/10.1007/s12054-021-00429-0

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Schlüsselwörter

  • Wohlfahrtsverbände
  • Anwaltschaft
  • Advokation
  • Parteilichkeit
  • Demokratie