Liebe Leserin, lieber Leser,

in dieser Ausgabe nehmen wir uns ein Thema vor, das schon sehr lange nicht mehr in einem Schwerpunkt behandelt wurde: das oftmals problematische Verhältnis zwischen Sozialer Arbeit und Polizei. Die Haltung „All cops are bastards“ schien lange verbreiteter als „die Polizei, Deine Freundin und Helferin“. Im letzten Jahr hat es, etwa in Stuttgart oder Frankfurt, größere Krawalle Jugendlicher gegeben. Bei deren Aufarbeitung wurde auch gefragt, inwieweit sozialarbeiterische Angebote präventiv wirken und solche Eskalationen verhindern könnten – solche Erwartungshaltungen und Zuschreibungen passen allerdings nicht immer zum Selbstverständnis sozial Arbeitender. Komplizierte Rahmenbedingungen also. Beobachter_innen meinen immerhin, die Beziehung von Polizei und Sozialarbeit sei in den letzten 30 Jahren professioneller geworden.

Im „Extrablick“ geht es um Normen in der Sozialen Arbeit: Fachkräfte der Sozialen Arbeit müssen soziale Normen bzw. vermeintliche Normalitäten, auch eigene, permanent kritisch hinterfragen und prüfen. Sie müssen von Normen abstrahieren, auch um ihre Adressat_innen vor Normalisierungsversuchen zu bewahren. Eine tägliche schwierige Aufgabe, die ein hohes Maß an Reflexion und Ambiguitätstoleranz erfordert.

Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe kam die traurige Nachricht, dass C. Wolfgang Müller, Autor der „Briefe aus Berlin“, gestorben sei. Sabine Hering und Manfred Kappeler haben umgehend einen kurzen Nachruf geschrieben, den Sie in dieser Ausgabe direkt hinter dem nun leider letzten „Brief aus Berlin“ lesen. Fast genau fünf Jahre, in denen 16 Briefe erschienen, währte diese Kooperation, die von regelmäßigen, mich bereichernden Telefonaten begleitet wurde. Merci, CW!

Mit den besten Wünschen

Detlef Ullenboom

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Ullenboom, D. Liebe Leserin, lieber Leser,. Sozial Extra 45, 145 (2021). https://doi.org/10.1007/s12054-021-00391-x

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