Liebe Leserin, lieber Leser,

auch 2021 schränkt die Pandemie unser Leben weiterhin ein. Obwohl mit vielen Instrumenten und finanziellen Mitteln versucht wird, die existenziell bedrohlichsten Auswirkungen zu mildern, zeigt sich, dass das Virus die sich ohnehin vollziehende soziale Polarisierung vorantreibt. Zwei banale Erfahrungen bestätigen sich: COVID-19 ist erstens ungerecht und wirkt zweitens oft wie eine Lupe, die bereits bekannte Probleme nochmals fokussiert. Aus medizinischer Sicht sind Kinder und Jugendliche zwar prinzipiell weniger gefährdet als andere Altersgruppen, trotzdem gehören sie zu den großen Verlierern der Krise. Der „Extrablick“ dieser Ausgabe fällt daher auf Benachteiligungen und die sich verstärkende Armut von Kindern in C19-Zeiten.

Die Situation von Kindern und Jugendlichen bestimmt auch den „Durchblick“: Im Kinderschutz geht es nicht zuletzt darum, Gefährdungen möglichst frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu planen. Inzwischen wurden, auch international, verschiedene Verfahren entwickelt, um Risiken zu erfassen und einschätzen zu können – sowohl analog als auch digital. Solche Instrumente erfordern eine Standardisierung, die meist nicht vollständig alle Informationen und das Wissen der Fachkräfte abbildet. Das bedeutet eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit und damit auch die Gefahr, dass falsche Schlüsse gezogen werden. Der Schwerpunkt lotet die Grenzen und Möglichkeiten von Risikoeinschätzungen in der Kinder- und Jugendhilfe aus.

Auch die drei Beiträge der Rubrik „Einblick“ beschäftigen sich mit Fragestellungen, die jeweils einen Bezug zu jungen Menschen haben – insofern beginnen wir das neue Jahr also recht jugendzentriert …

Ihnen alles Gute

Detlef Ullenboom

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Ullenboom, D. Liebe Leserin, lieber Leser,. Sozial Extra 45, 1 (2021). https://doi.org/10.1007/s12054-020-00356-6

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