„Paare“ im Burnout

ProtagonistInnen und ihre GegenspielerInnen

Pairs in burnout?

Protagonists and their antagonists

Zusammenfassung

Wenn Stress zum Dauerzustand wird, kommt irgendwann der Zusammenbruch. In diesem Artikel möchte ich die Sogwirkung von übergreifenden Erschöpfungsprozessen in bestehenden Paarungen, beruflicher wie privater Natur beleuchten. Die psychodramatische Sicht auf das Burnoutphänomen, sowie ausgewählte psychodramatische Interventionen sollen ebenso Gegenstand dieses Artikels sein.

Abstract

If stress turns into a permanent condition, a breakdown is often the consequence. In this article, I would like to talk about the suction-effect of overlapping exhaustion processes in existing pairs, concerning private or business pairs. The psychodramatic point of view of the phenomenon burnout, and examples of psychodrama interventions will also be shown in this article.

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Abb. 1
Abb. 2
Abb. 3
Abb. 4
Abb. 5
Abb. 6

Notes

  1. 1.

    Mehr zum organisationalen Burnout bei Dilk u. Littger (2008, S. 18–24).

  2. 2.

    Mehr zur Burn-Out-Forschung bei Rösing (2003).

  3. 3.

    Für Maslach setzt sich das Burn-Out-Syndrom aus drei Komponenten zusammen:

    Aus der emotionalen Erschöpfung, der Depersonalisierung und der reduzierten Leistungsfähigkeit. (Maslach u. Leiter 2001, S. 18 f.)

  4. 4.

    Hier liegen landesspezifisch unterschiedliche Verfahrensweisen der österreichischen und deutschen Krankenkassen vor. Während In Deutschland die Stundenkontigente in Abhängigkeit vom Behandlungsverfahren bewilligt werden, werden diese in Österreich in Abhängigkeit der Diagnose berechnet.

  5. 5.

    Ich arbeite seit Jahren nach dem Prinzip zunächst in der Einzeltherapie anzuarbeiten, und im nächsten Schritt, die KlientenInnen in die Gruppe überzuführen, wo sie mit anderen Betroffenen an ihren Themen arbeiten können. (Jahresselbsterfahrungsgruppen „Genug ist nicht genug“ in Wien und Mödling).

  6. 6.

    Co-Abhängigkeit siehe auch Wilson-Schaef (2002).

  7. 7.

    Zu Psychodrama und Burn-Out siehe auch Kühnel (2007)

  8. 8.

    Skripts sind standardisierte Drehbücher für wiederkehrende Handlungsabläufe und für das Wechselspiel der beteiligten Rollenträger. Rituale, Einschlaf-, Essens- oder Waschrituale sind hier u. a. zu nennen. Siehe auch Schacht (2003, S. 132 f.).

  9. 9.

    Ausführlicher zu den Hilfs-Ich Kompetenzen dazu bei Tomaschek-Habrina (2005, S. 16 ff.), siehe auch Schacht (2003, S. 60 ff.).

  10. 10.

    Bekannte Bindungsforscher siehe auch Bowlby 1999, Ainsworth 1979, Spangler & Grossmann 1999.

  11. 11.

    Das Tele hat sowohl einen Bezug nach außen, kurz die Gesamtheit der sozialen Beziehungen, als auch einen Bezug nach innen, meint die Beziehung und Begegnung mit sich selbst, das Moreno auch „Auto-Tele“ nennt. Auto-telisch meint also Selbst-Empathie, einerseits die Wahrnehmung und andererseits das Wissen um das eigene Selbst. Der Aspekt der Selbstverantwortung spielt hier im rollentheoretischen und im burnout-spezifischen Zusammenhang einen wichtigen Part, z. B. in der Fähigkeit als role giver eigene Interessen zunächst einmal wahrzunehmen, um sie danach deutlich vertreten zu können. Menschen, deren Auto-Tele diesbezüglich unterentwickelt ist, werden eher dazu tendieren, sich als role receiver den Rollenerwartungen der Interaktionspartner anzupassen, ohne eigene Bedürfnisse adäquat einbringen zu können. Siehe auch Tomaschek-Habrina (2004, S. 233 ff.), Moreno (1996, S. 393); zur Selbstverantwortung siehe Schacht (2003, S. 36).

  12. 12.

    Einkleidung ist in Österreich ein gängiger Begriff bei der Einführung des Hilfs-Ich in die jeweilige Rolle.

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Tomaschek-Habrina, L. „Paare“ im Burnout. Z Psychodrama Soziometr 9, 129–147 (2010). https://doi.org/10.1007/s11620-010-0070-9

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Schlüsselwörter

  • Burnout
  • Paare
  • Stress
  • Erschöpfung
  • Prävention
  • Psychodrama

Keywords

  • Burnout
  • Pairs
  • Stress
  • Exhaustion
  • Prevention
  • Psychodrama