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Praxisbericht: Wie können Gruppendynamik-Trainings im Virtuellen gelingen?

Report of practice: how can group dynamics trainings succeed in the virtual world?

Zusammenfassung

Dieser Praxisbericht der Zeitschrift Gruppe. Interaktion. Organisation. (GIO) beantwortet Fragen wie: Wie sieht konkret ein Design für ein virtuell durchgeführtes Gruppendynamik-Training aus, welche Unterschiede zum analogen Präsenzformat können wie kompensiert werden oder welche zusätzlichen Chancen ergeben sich im Virtuellen für einen Kompetenzaufbau oder Erkenntnisgewinn? Die coronabedingte Notwendigkeit, Teamarbeit und Gruppentrainings in den virtuellen Raum zu verlegen, hat dazu geführt das klassische Gruppendynamik-Training und Design kritisch zu hinterfragen und in ein digitales Design zu transformieren. Das neue Setting und die damit gemachten praktischen Erfahrungen werden im Folgenden beschrieben. Anfangs schmerzlich erlebte Beschränkungen werden transzendiert oder schon im Design kompensiert und führen so zu einem erfolgreich durchgeführten Gruppendynamik-Training. Es wird reflektiert, wie die virtuelle Erfahrung unser Bewusstsein für traditionell durchgeführte Gruppendynamik-Trainings erweitert hat. Abschließend wird aufgezeigt, wie sich Trainings in Zukunft weiterentwickeln könnten.

Abstract

This report of practice in the journal Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für Angewandte Organsationspsychologie (GIO) aims at answering questions such as: What does a design for a virtually conducted group dynamics training look like in concrete terms? Which differences to the analog presence format can be compensated for or what additional opportunities arise in the virtuality for a learning success? The corona-related necessity to relocate teamwork and group training to the virtual space has led to a critical examination of the classic group dynamics training and its design and its transformation into a digital design. The new setting and the practical experiences made with it are described. Initially painfully experienced limitations are transcended or already compensated for in the design, leading to a successfully executed group dynamics training. We reflect on how the virtual experience has expanded our awareness of traditional group dynamics training. Finally we show how this training could develop in the future.

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Notes

  1. Die sogenannte T‑Gruppe steht für die von Kurt Lewin 1947 geprägten Begriff für Trainingsgruppe und ist der methodische Kern eines gruppendynamischen Laboratoriums. (s. auch: www.oeggo.at).

  2. Diese klassischen Gruppen werden wir im Folgenden auch als analog bezeichnen zur Unterscheidung von den virtuell durchgeführten; auch um den Gegensatz zum Begriff „digital“ hervorzuheben.

  3. https://interactionivrea.org/en/people/researchers/2001-02/index.asp.

  4. TN dieser Gruppe waren: Matthias Csar, Sebastian Eger-Mraulak, Elisabeth Kamenicky, Barbara Lesjak, Wolfgang J. Obereder, Martin Schroetter, Gerhard Schwarz, Tim Szczygielski, Gundi Vater und Liselotte Zvacek.

  5. www.oeggo.at.

  6. Der Host in virtuellen Gruppen hat wie beschrieben eine ähnliche Bedeutung wie der Gastwirt in analogen Gruppendynamik-Seminaren in Klausur. Die Bezahlung der Unterkunft ist hier ein autoritätsrelativierender Akt.

  7. Außerdem wird der Aspekt bei der Deanrolle bzw. die Lehrveranstaltungs-Leiter:innenrolle nochmals verstärkt.

  8. Vgl. Stamm, H.: http://www.ilsehruby.at/HSmerkmale.html.

Literatur

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Danksagung

Wir bedanken uns für die Unterstützung durch die Expis, die Studierenden der SFU und JKU und insbesondere bei K. Lackner, J. Menne, G. Schwarz und T. Szczygielski für die wertvollen Hinweise.

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Obereder, W.J., Schroetter, M. Praxisbericht: Wie können Gruppendynamik-Trainings im Virtuellen gelingen?. Gr Interakt Org 53, 17–26 (2022). https://doi.org/10.1007/s11612-022-00624-x

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Schlüsselwörter

  • Gruppendynamik
  • T‑Gruppe
  • Virtuelles Lernen
  • Team

Keywords

  • Group Dynamics
  • T‑group
  • Virtual learning
  • Team