Prävention und Gesundheitsförderung

, Volume 12, Issue 2, pp 132–136

Einfluss von Prüfungen auf emotionales Befinden und Ernährung?

Eine Pilotstudie mit Bachelorstudierenden der Gesundheitsförderung
  • Rebecca Eßwein
  • Anja Carlsohn
  • Carl-Walter Kohlmann
Originalarbeit

DOI: 10.1007/s11553-016-0569-7

Cite this article as:
Eßwein, R., Carlsohn, A. & Kohlmann, CW. Präv Gesundheitsf (2017) 12: 132. doi:10.1007/s11553-016-0569-7
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Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung

Der Einfluss von Stress auf die Ernährung von Studierenden wurde bereits untersucht. Allerdings liegt keine simultane Analyse der emotionalen Belastung und der Ernährungsweise während einer natürlichen Stressphase (Prüfungswoche) bei Bachelorstudierenden vor.

Methoden

Emotionales Erleben (positiver und negativer Affekt), das Ausmaß der Prüfungsanforderungen und die Ernährungsweise wurden bei 28 Bachelorstudierenden jeweils während einer mutmaßlich niedrigen Belastungsphase zu Beginn des Semesters (Baseline, t1) und in der Prüfungswoche am Semesterende nach einer Prüfung (hohe Belastungsphase, t2) durch einen Fragebogen, welcher die Anzahl an benoteten Prüfungsanforderungen abfragte und die „Positive and Negative Affect Schedule“ enthielt, sowie einen strukturierten und standardisierten 24-h-Recall zur Ernährung erhoben.

Ergebnisse

Im Semesterverlauf stiegen die Prüfungsanforderungen und der negative Affekt (NA) signifikant an. Der positive Affekt (PA) nahm signifikant ab, was sich auf eine Abnahme in der PA-Dimension Freude zurückführen ließ. Die Lebensmittel- und Nährstoffzufuhr unterschied sich zwischen t1 und t2 nur gering. Während der Stressphase waren eine Zunahme der Häufigkeit der Nahrungsaufnahme sowie ein Anstieg von Proteinzufuhr und Nussverzehr zu beobachten. Im Mittel konsumierten die Studierenden während der Prüfungsphase (t2) signifikant weniger alkoholische Getränke als zu t1.

Diskussion

Bachelorstudierende sind sowohl subjektiv als auch objektiv in der Prüfungsphase durch erhöhte Leistungsanforderungen stärker als zu Beginn des Semesters belastet. Im Kontrast zur emotionalen Befindlichkeit verändert sich die Ernährung im Vergleich von niedriger und hoher Belastungsphase kaum. Dies lässt darauf schließen, dass die Ernährung während kurzer Stressepisoden eine vergleichsweise robuste Verhaltensweise darstellt. Es gilt das Ernährungsverhalten auch in länger andauernden Stressphasen zu untersuchen, um die Robustheit gegenüber Prüfungsstress abschätzen zu können.

Schlüsselwörter

Prüfungsstress Positiver Affekt Negativer Affekt Ernährung Studierende 

Influence of academic stress on emotional well-being and eating behaviour?

A pilot study among bachelor students in health promotion

Abstract

Background

The effect of stress on student’s diet has been frequently examined. However, there is no information on the effect of emotional stress on the nutrition of bachelor students during a high-stress period (examination week).

Methods

A total of 28 bachelor students completed a questionnaire to assess academic demands, positive and negative affect and a standardized 24 h dietary recall during times of low academic stress at the beginning of the semester (baseline, t1), and high academic stress after an examination at the end of the semester (t2).

Results

During the high-stress period academic demands and negative affect (NA) increased significantly. The positive affect (PA) decreased significantly, mainly due to the decrease of the PA dimension joy. The nutrition intake differentiated slightly between t1 and t2. In nutrition there was an increased intake of protein. Furthermore the meal frequency and the consumption of nuts increased significantly. The consumption of alcoholic beverages was also significantly lower during the high-stress period.

Conclusion

Bachelor students are both subjectively and objectively stressed by increased academic demands during a high-stress period at the end of the semester. In contrast to the affect, the student’s nutrition hardly changed in the high-stress period compared to the low-stress period. This suggests nutrition is a robust behaviour during short stress periods. Further research is needed to examine eating habits during longer periods of stress to estimate its robustness.

Keywords

Academic stress Positive affect Negative affect Nutrition Students 

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  • Rebecca Eßwein
    • 1
    • 2
  • Anja Carlsohn
    • 1
  • Carl-Walter Kohlmann
    • 2
  1. 1.Institut für Gesundheitswissenschaften, Abteilung für Ernährung, Konsum und ModePädagogische Hochschule Schwäbisch GmündSchwäbisch GmündDeutschland
  2. 2.Institut für Humanwissenschaften, Abteilung für Pädagogische Psychologie und GesundheitspsychologiePädagogische Hochschule Schwäbisch GmündSchwäbisch GmündDeutschland

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