Der Diabetologe

, Volume 13, Issue 4, pp 230–231 | Cite as

Erfolgreiche Diabetesbehandlung

Viele Handlungsfelder, große Chancen!
Einführung zum Thema
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Successful treatment of diabetes

Many areas, great opportunities!

Die Diabetesbehandlung umfasst heute längst mehr als nur die Einstellung der Zuckerspiegel und das Erreichen eines individuellen HbA1c-Werts (HbA1c: Glykohämoglobin Typ A1c). Die Verhinderung diabetischer Folgeschäden, die Verringerung der Krankheitslast des Patienten und die Verbesserung der Überlebenschancen sind das erklärte Ziel diabetologischen Handelns. Um dies zu erreichen, sind Interventionen in verschiedensten Handlungsbereichen notwendig.

Spätestens seit der STENO-2-Studie (STENO-2: „Effect of a Multifactorial Intervention on Mortality in Type 2 Diabetes“) ist klar, dass neben der Einstellung des Glukosestoffwechsels eine gute Blutdruckkontrolle und die Senkung des LDL-Cholesterin-Spiegels (LDL: „low density lipoprotein“) erforderlich sind.

Die unverzichtbare Basistherapie besteht aus Schulung, vernünftiger Ernährung und ausreichend Bewegung sowie Nikotinkarenz. Darüber hinaus ist häufig der Einsatz von Medikamenten notwendig, um die festgelegten Therapieziele zu erreichen und das Risiko zu reduzieren.

Das Lernen am Fall ist die „natürliche“ Art des medizinischen Lernens

Die Besonderheiten der verschiedenen Diabetestypen einschließlich des Gestationsdiabetes sind ebenso zu berücksichtigen, wie die individuelle Situation unserer Patienten. Seltene Diabetesformen müssen sicher erkannt werden, um die Chancen der Betroffenen zu verbessern.

Die Vorstellung anhand von Fällen ist eine gute Möglichkeit, sich über die vielen praktischen Fragen auszutauschen und interessante Aspekte zu beleuchten. Das Lernen am Fall ist die „natürliche“ Art des medizinischen Lernens. Wir stellten deshalb, zum ersten Mal in Der Diabetologe, einen Band mit Fallberichten zusammen, in welchem verschiedene Aspekte der Diabetologie anhand von Fällen aus der Praxis schlaglichtartig beleuchtet werden. Die Autoren der Fallberichte haben eine ausgewiesene Expertise auf ihrem Fachgebiet und stellen nicht nur den Fall selbst dar, sondern diskutieren diesen auch kritisch vor dem Hintergrund der geltenden Leitlinien und der wissenschaftlichen Erkenntnis.

Martin Merkel beleuchtet mit seinem 52-jährigen Patienten mit Diabetes und koronarer Herzerkrankung die Möglichkeiten der aktuellen lipidologischen Sekundärprävention bei Diabetes mellitus Typ 2.

Michael Hummel und Christina Bayer zeigen an ihrem Fall, wie eine plötzliche Wendung die bisher normale Schwangerschaft einer 39-jährigen Asiatin zu einem diabetologischen Albtraum werden lässt. Eine schnelle Diagnose ist hier überlebenswichtig. Der Fall zeigt, worauf wir achten müssen!

Eine schnelle Diagnose kann überlebenswichtig sein

Martin Füchtenbusch beschreibt in seinem Fallbericht, dass die so einfach anmutende Unterscheidung von Typ-1- und -2-Diabetes oft nicht einfach ist. Mischformen und Überlappungen sind nicht selten und erfordern medizinische Entscheidungen.

Andreas Lueg widmet sich dem GCK-MODY (GCK: Glukokinase, MODY: „maturity-onset diabetes of the Young“), einer relativ seltenen, aber häufig auch übersehenen Variante des monogenetischen Diabetes. Die schwangere Patientin zeigt typische Auffälligkeiten, die letztlich zur Verdachtsdiagnose führen. Wie im täglichen Leben kommt es aber doch anders.

Der frei erfundene literarische Fall des Kommissar Wallanders wird von Frommhold und Wolf untersucht. Im Mittelpunkt steht das metabolische Syndrom mit Typ-2-Diabetes des Kriminalisten. In zehn Bänden lässt Henning Mankell ein komplexes Krankheitsbild entstehen. Literatur ist somit oft mehr als Unterhaltung, manchmal regelrecht lehrreich.

Mein Dank gilt den Autoren der Fälle, die jeder für sich sehr lesenswert und lehrreich sind.

Wenn Sie beim Lesen auf den Geschmack gekommen sind und selbst einen interessanten Fall vorstellen möchten: In Der Diabetologe wird es sicher bald wieder eine Ausgabe mit interessanten Fällen geben.

Ich bin sehr gespannt auf Ihr Feedback!

Viel Freude und Erkenntnisgewinn beim Lesen der Fälle dieses Bandes wünscht Ihnen Ihr

Andreas Lueg

Notes

Interessenkonflikt

A. Lueg gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Diabeteszentrum L1HamelnDeutschland

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