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Der Gastroenterologe

, Volume 14, Issue 6, pp 413–414 | Cite as

Eine neue Dynamik in den Therapiestrategien der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

  • B. SiegmundEmail author
  • G. RoglerEmail author
Einführung zum Thema
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New dynamics in treatment strategies for inflammatory bowel diseases

Die Entwicklung der Therapiestrategien bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) befindet sich in einer Phase zunehmender Dynamik. Die sich damit erhöhende Komplexität der Therapie stellt für uns als behandelnde Ärztinnen und Ärzte eine neue Herausforderung dar. Gleichzeitig bedeutet dies für unsere Patientinnen und Patienten neue Möglichkeiten und damit unter Umständen auch eine bessere Lebensqualität. Mit der vorliegenden Ausgabe möchten wir auf die aktuellen Therapiealgorithmen für CED eingehen und hier neben den therapeutischen Innovationen durchaus auch die Stärke der „konservativen“ Medikamente hervorheben. Daneben sollen 2 praxisrelevante Problemfelder dargestellt und abschließend ein Ausblick in die nahe und weitere Zukunft gegeben werden.

Die Ausgabe beginnt mit einer Darstellung der Therapiealgorithmen für die Colitis ulcerosa durch Kucharzik: In diesem Beitrag sind in den Behandlungsalgorithmus sowohl der Januskinaseinhibitor als auch Ustekinumab, das in Deutschland in den Markt in diesen Wochen eintritt, integriert. Analog dazu stellt der Beitrag von Fischer und Neurath die aktuellen Strategien und Algorithmen für den Morbus Crohn dar. In diesem Manuskript wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Identifikation von Hochrisikopatienten mit der Indikation zu einer aggressiveren Therapie gelegt.

Die Verfügbarkeit einer zunehmenden Zahl und Vielfalt an Therapieoptionen führt manchmal dazu, dass wir die „älteren“ Standardtherapien vernachlässigen. Im Beitrag von Stange und Herrlinger werden die Daten für die Nichtbiologikatherapien praxisnah dargestellt. Neben der rein medikamentösen Therapie, die auf die Behandlung der intestinalen Entzündung abzielt, greifen die beiden folgenden Beiträge weitere zentrale Themen in der Therapie der CED auf. Dies ist zum einen der Aspekt „chronischer Schmerz und Fatigue“, der durch Sonnenberg und Biedermann mit praktischen Algorithmen für den Alltag zusammengefasst ist. Zum anderen nehmen das erhöhte Infektionsrisiko durch die immunsuppressive Therapie oder auch eine Reaktivierung von chronischen Infektionen unter Therapie zu Recht eine wichtige Stellung in unseren Therapieüberlegungen ein. Reuken, Grunert und Stallmach geben mit ihrem Beitrag eine Übersicht über alle wichtigen Aspekte, die wir in der täglichen Praxis beachten sollten.

Der abschließende Beitrag von Zeissig zeigt auf, dass die Entwicklung und Dynamik des Felds gerade erst begonnen hat: In den nächsten Jahren ist von zahlreichen weiteren Zulassungen und komplett neuen Wirkstoffklassen auszugehen. Zentral für den Einsatz dieser neuen Medikamente und ihr Wirkungs- sowie Nebenwirkungsprofil sind die zugrunde liegenden Wirkmechanismen. Das Verständnis dieser Mechanismen wird in Zukunft für die Betreuung dieses komplexen und heterogenen Patientenguts wesentlich sein. Wünschenswert wären Biomarker, die uns helfen, die initiale Strategieentscheidung für die individuell beste und erfolgversprechendste Therapie mit einer hohen Sicherheit zu treffen. Die vorhandenen Biomarker erfüllen bei kritischer Betrachtung die in sie gesetzten Erwartungen nur mit großen Einschränkungen.

Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, mit den ausgewählten Beiträgen einen breiten Überblick über das Gebiet CED zu geben, und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe.

Notes

Interessenkonflikt

B. Siegmund und G. Rogler geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Infektiologie, RheumatologieCharité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin FranklinBerlinDeutschland
  2. 2.Klinik für Gastroenterologie und HepatologieUniversitätsSpital ZürichZürichSchweiz

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