Advertisement

CME

, Volume 15, Issue 6, pp 31–31 | Cite as

Zentral oder peripher?

Schwindeldiagnostik: Hier helfen die „Big Five“

  • Elke Oberhofer
Medizin

Fünf klinische Tests helfen in der Praxis dabei, zentrale von peripheren Schwindelursachen abzugrenzen. Damit schlägt man in der Akutsituation sogar die MRT.

Alles dreht sich — um die Schwindelursache dingfest zu machen, helfen klinische Tests.

© ccdevice / Fotolia

Auf welche Symptome man in der Akutsituation achten sollte und welche klinischen Untersuchungen bei der Differenzierung weiterhelfen, erklärte Prof. Michael Strupp, Neurologe und Leiter der Schwindelambulanz in München-Großhadern, im Interview mit Springer Medizin.

Der Experte empfiehlt, zunächst typische zentrale Symptome wie Schluckstörungen, Sprechstörungen, Lähmungen oder Koordinationsstörungen abzufragen. Hinweisend auf eine zentrale Ursache seien darüber hinaus ein höheres Lebensalter und das individuelle kardiovaskuläre Risiko.

Bei der anschließenden Untersuchung kann man sich dem Neurologen zufolge auf die sogenannten „Big Five“ konzentrieren, die auch in der aktuellen S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zur Schwindeldiagnostik aufgeführt sind. Treffen diese zu, liegt aller Wahrscheinlichkeit nach eine zentrale Schwindelursache vor:
  1. 1.

    Vertikale Divergenz beim Abdecktest: Ein Auge steht tiefer als das andere

     
  2. 2.

    Blickrichtungsnystagmus: Die schnelle Phase des Nystagmus schlägt in Richtung der Blickrichtung

     
  3. 3.

    Blickfolgesakkadierung: Der Blick wandert nicht „glatt“, sondern treppchenförmig

     
  4. 4.

    Fixationsnystagmus: Beim Fixieren eines Objekts kann der Patient den Nystagmus nicht unterdrücken

     
  5. 5.

    Unauffälliger Kopfimpulstest (keine Korrektursakkaden beim Kopfdrehen) trotz akutem Nystagmus

     

Mit der diskriminatorischen Fähigkeit dieser Tests kann sogar die apparative Diagnostik mitunter nicht mithalten. Laut Strupp ist der Arzt mit den genannten Untersuchungen zumindest in den ersten 24 Stunden „besser als ein Neuroradiologe unter Einsatz eines diffusionsgewichteten MRT!“

Literatur

  1. *Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Elke Oberhofer
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations