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CME

, Volume 15, Issue 4, pp 36–36 | Cite as

Hohe Ausheilungsraten bei Koinfizierten

Neue Strategien gegen HCV und HIV

Medizin

Mit neuen Medikamenten sind bei HCV-Infizierten sehr hohe Ausheilungsraten erreichbar. Davon profitieren auch HIV-HCV-Koinfizierte.

© Sebastian Schreiter / Springer Medizin Verlag GmbH

Es wird derzeit davon ausgegangen, dass bis zu 15 Prozent aller HIV-Infizierten in Deutschland — also derzeit etwa 12.000 — auch mit dem Erreger der Hepatitis C (HCV) infiziert sind. Nach Angaben von Prof. Jürgen Rockstroh vom Universitätsklinikum in Bonn ist eines der Kennzeichen für eine unbehandelte HCV-Infektion bei HIV-Infizierten das raschere Fortschreiten der Fibrose, vor allem bei T-Helferzellwerten unter 200 pro Mikroliter Blut [1]. Zudem bestehe ein höheres Risiko für die Entwicklung einer hepatischen Dekompensation. Rockstroh empfiehlt, bei Doppelinfektion zunächst die HIV-Therapie und dann die HCV-Therapie einzuleiten.

Orale Kombinationstherapien

Für die HCV-Behandlung stehen inzwischen orale Kombinationstherapien auf Basis von Präparaten des DAA-Typs (direct-acting antiviral drugs) zur Verfügung, mit denen nach Angaben von Rockstroh auch bei Patienten mit HIV-HCV-Doppelinfektion Heilungsraten von über 95 Prozent bei allen HCV-Genotypen erreichbar sind, selbst bei Patienten mit Leberzirrhose. Die HCV-Therapie orientiert sich dabei an den aktuellen Leitlinien der European AIDS Clinical Society (EACS) von diesem Jahr. Demnach gilt die Kombination von Sofosbuvir mit einer an das Körpergewicht angepassten Ribavirin-Dosis über zwölf Wochen als Standardtherapieregime bei Patienten mit Nachweis des HCV-Genotyps 2. Patienten mit einer Zirrhose könnten noch weitere 16 Wochen behandelt werden.

Aufgrund neuer DAAs vor allem gegen die HCV-Genotypen 1 und 4 eröffnet sich die Möglichkeit unter anderem einer Interferon- und Ribavirin-freien Therapie. Die Leitlinie empfiehlt vor allem die Behandlung mit Sofosbuvir plus Simeprevir bei den Genotypen (GT) 1 und 4, die Fixkombis Sofosbuvir/Ledipasvir (GT 1 und 4), Elbasvir/Grazoprevir (GT 1 und 4), Sofosbuvir/Velpatasvir (GT 1–6) sowie Sofosbuvir plus Daclatasvir (GT 1, 2, 3 und 4). Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Kombination aus Ombitasvir/Paritaprevir/r und Dasabuvir (bei GT 1 sowie bei GT 4 ohne Dasabuvir). "r" steht für den Booster Ritonavir.

Literatur

  1. 1.
    MMW 2017; S2 / 159: 56–59Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • ple
    • 1
  1. 1.

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