CME

, Volume 14, Issue 11, pp 6–6 | Cite as

Compliance-Killer

Erklären Sie die Packungsbeilage!

Medizin
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Die zahlreichen Warnhinweise in Beipackzetteln von Schmerzmedikamenten wirken auf viele Patienten offenbar abschreckend. In einer experimentellen Studie gaben mehrere Teilnehmer an, deswegen lieber ganz auf das Präparat zu verzichten.

Von 18 aktuell beschwerdefreien, aber rückenschmerzerfahrenen Probanden, die sich den Beipackzettel zu dem Nicht-Opioid-Analgetikum Diclofenac aufmerksam durchgelesen hatten, gaben 61% danach in einem gestellten Apothekenszenario an, das Medikament im Falle wiederkehrender Schmerzen nicht kaufen zu wollen. Ebenso wenig hätten sie sich vom Apotheker ein vergleichbares Präparat empfehlen lassen. Einer Vergleichsgruppe, bestehend aus 18 nach Alter und Geschlecht abgestimmten Teilnehmern, hatte man statt der Packungsbeilage die kleingefaltete Bedienungsanleitung eines Staubsaugers zu lesen gegeben. Aus dieser Gruppe hätten nur knapp 6% im Ernstfall vom Kauf des NSAR Abstand genommen.

Die Wissenschaftler weisen ausdrücklich darauf hin, dass für die Wirksamkeit von NSAR bei Rückenschmerzen relativ geringe Evidenz besteht. Umso wichtiger sei es, „die Effekte des Medikaments im positiven Sinne zu kommunizieren“. Der Arzt sei gefordert, die Wirkmechanismen zu erklären, ohne die Nebenwirkungen zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Negative und positive Eigenschaften müssten dem Patienten gegenüber in einem vertrauensvollen Gespräch abgewogen werden.

Literatur

  1. Schmitz J et al. Pain Reports 2017 (online first)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • eo
    • 1
  1. 1.

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