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Bildgebung in der Pneumologie

Imaging in pneumology

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Gebiet der Pneumologie ist sehr weit gefächert und reicht von der ambulanten über die stationäre und intensivmedizinische Versorgung bis in die Pädiatrie. In allen Facetten des Fachgebietes spielt die Bildgebung eine große (und zunehmende) Rolle, und zahlreiche Techniken, angepasst an die jeweilige Situation, werden eingesetzt. Um den Umfang eines Heftes nicht zu sprengen, musste eine Selektion erfolgen, die sich auf die quantitativ größten Gruppen fokussiert. Die Beiträge sind klinisch orientiert verfasst, sodass es in der Praxis hoffentlich leichter fällt, die optimale Bildgebung zu indizieren.

“Die CT ist die Methode der Wahl zur präzisen Analyse von Lungenerkrankungen und in zahlreichen Leitlinien verankert”

Nach wie vor leistet das Röntgenbild des Thorax einen maßgeblichen Beitrag zur Abklärung von pulmologischen Symptomen. Nach den letzten verfügbaren Daten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS, Erscheinungsdatum Januar 2021) stellt die Röntgendiagnostik des Thorax 9 % der Anwendungen dar – genauso viele wie die Computertomographie gesamt [1]. Demgegenüber macht die Röntgendiagnostik des Thorax nur 1 % der kumulativen effektiven Dosis aus. Vor allem in der Akutdiagnostik, z. B. den Pneumonien, oder der Differenzialdiagnostik zu kardiovaskulären Erkrankungen spielt die Technik ihre Stärken aus.

Dies wird im ersten Beitrag zu respiratorischen Infektionen besonders deutlich. In Kombination mit guten klinischen Angaben erlaubt das Röntgenbild eine gute Ersteinschätzung und entsprechende Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Da es sich um ein Projektionsverfahren handelt, ist die Aussagekraft anderen Techniken unterlegen. Vor allem die (hochauflösende) Computertomographie(HR-CT)-Diagnostik ist optimal geeignet, das Lungenparenchym und die Gefäße darzustellen – dies wird in allen Beiträgen deutlich. Mit einer guten klinischen Angabe kann das optimale Untersuchungsprotokoll gewählt werden, und entsprechend hochwertige Befunde können erstellt werden. Auch wenn die CT die kumulativ höchste Strahlenbelastung verursacht, ist diese Form der Bildgebung mittlerweile unabdingbar und in zahlreichen Leitlinien fest verankert. Die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) lässt sich sowohl qualitativ in einen Atemwegstyp oder Emphysemtyp klassifizieren, was wichtige therapeutische Implikationen hat. Zudem erlaubt die quantitative Auswertung Verlaufskontrollen mit Monitoring des Therapieansprechens. Für die Einteilung der fibrotischen Veränderungen ist die CT ebenfalls essenziell [2]. Je nach Muster kann sogar auf eine Biopsie verzichtet werden, und die Diagnose einer UIP („usual interstitial pneumonia“) kann nichtinvasiv gestellt werden. Die HR-CT ist entsprechend aus den ILD(interstitielle Lungenerkrankung)-Besprechungen nicht mehr wegzudenken. Auch die komplizierten Pneumonien müssen und sollen mittels CT abgeklärt werden zur Darstellung von intrapulmonalen Abszessen oder Empyemen.

Auch bei den berufsbedingten Erkrankungen handelt es sich vielfach um pneumologische Krankheitsbilder, die mittels CT abgeklärt werden. Im entsprechenden Beitrag werden systematisch die Berufserkrankungen mit den typischen Befunden in der Bildgebung dargestellt.

Die Bildgebung bei pulmonaler Hypertonie (PH) ist besonders spannend, da die Symptome der Patienten unspezifisch sind und die Bildgebung breit aufgestellt ist. Nach dem initialen Röntgen, das häufig die Symptome nicht erklärt, ist wieder die CT in den Leitlinien verankert und die korrekte Eingruppierung vorzunehmen. Die Quantifizierung des pulmonalarteriellen Druckes wird immer wichtiger, da es zahlreiche neue therapeutische Optionen zur Widerstandsreduktion der Pulmonalgefäße gibt. Hier spielt die Magnetresonanztomographie (MRT) ihre Qualitäten aus. Die Korrelationen zu invasiven Messungen sind beeindruckend (v. a. hinsichtlich der Intraobservervariabilität der sog. „Referenzstandards“). Zudem erlaubt die MRT auch eine Beurteilung der Pulmonalarterien und kann daher evtl. in Zukunft eine zentrale Rolle in der Abklärung und Verlaufskontrolle bei PH spielen [3, 4].

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe und verbleibe mit den besten kollegialen Grüßen

Ihr

Prof. Dr. Sebastian Ley

Literatur

  1. 1.

    BFS, BfS Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung: Jahresbericht 2018. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0221-2021011124821Zugegriffen: 01 Jun 2021

  2. 2.

    Raghu G, Remy-Jardin M, Myers JL et al (2018) Diagnosis of idiopathic pulmonary fibrosis. An official ATS/ERS/JRS/ALAT clinical practice guideline. Am J Respir Crit Care Med 198:e44–e68. https://doi.org/10.1164/rccm.201807-1255ST

    Article  PubMed  Google Scholar 

  3. 3.

    Alabed S, Garg P, Johns CS et al (2020) Cardiac magnetic resonance in pulmonary hypertension—an update. Curr Cardiovasc Imaging Rep 13:30. https://doi.org/10.1007/s12410-020-09550-2

    Article  PubMed  PubMed Central  Google Scholar 

  4. 4.

    Aryal SR, Sharifov OF, Lloyd SG (2020) Emerging role of cardiovascular magnetic resonance imaging in the management of pulmonary hypertension. Eur Respir Rev. https://doi.org/10.1183/16000617.0138-2019

    Article  PubMed  Google Scholar 

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Ley, S. Bildgebung in der Pneumologie. Pneumologe 18, 253–255 (2021). https://doi.org/10.1007/s10405-021-00406-0

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