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Tauchunfälle

Diving accidents

Zusammenfassung

Tauchunfälle sind vergleichsweise selten und stellen (Erst‑)Helfer vor besondere Herausforderungen. Sie müssen schnell und kompetent behandelt werden, da sie akut lebensbedrohlich sind und bei zu spät eingeleiteter Therapie potenziell zu langfristigen, gesundheitlichen Folgen führen können. Darum sind genaue Kenntnisse der Pathophysiologie beim Tauchen und der Anwendung von Leitlinien bei der Behandlung von tauchbedingen Unfällen hilfreich. In der Initialbehandlung ist neben den üblichen lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen die frühzeitige, kontinuierliche Gabe von Sauerstoff essenziell. Im Anschluss sollte ein schneller und schonender Transport in ein Zentrum mit der Möglichkeit der hyperbaren Sauerstofftherapie (hyperbare Oxygenation, HBO) erfolgen. Die HBO ist die einzige kausale Therapie der bei Tauchunfällen auftretenden Dekompressionskrankheit und konsekutiven Ischämie.

Abstract

Diving accidents are comparatively rare and represent a special challenge for lay helpers and healthcare professionals. They must be treated quickly and competently as they are life-threatening and may lead to long-term health problems if treatment is initiated too late. Therefore, precise knowledge of the pathophysiology during diving and adherence to guidelines in the treatment of diving-related accidents are extremely helpful. For initial treatment, early and continuous administration of oxygen is essential in addition to the routine immediate life-saving measures. This should be followed by rapid and gentle transport to a center with the option of hyperbaric oxygenation (HBO). The use of HBO is the only causal treatment for decompression sickness and subsequent ischemia occurring after diving accidents.

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Correspondence to Jan Schmitz.

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Interessenkonflikt

Gemäß den Richtlinien des Springer Medizin Verlags werden Autoren und Wissenschaftliche Leitung im Rahmen der Manuskripterstellung und Manuskriptfreigabe aufgefordert, eine vollständige Erklärung zu ihren finanziellen und nichtfinanziellen Interessen abzugeben.

Autoren

J. Schmitz: A. Finanzielle Interessen: J. Schmitz gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Assistenzarzt, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Uniklinikum Köln (AöR), Mitglied des Vorstandes, DGLRM e. V. S. Jansen: A. Finanzielle Interessen: S. Jansen gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Oberärztin, Klinik für Hals, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Köln (AöR). M. Meyer: A. Finanzielle Interessen: M. Meyer gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Oberarzt, Klinik für Hals, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstraße 55, 45122 Essen, Universität Duisburg-Essen. J. Hinkelbein: A. Finanzielle Interessen: J. Hinkelbein gibt an, dass kein finanzieller Interessenkonflikt besteht. – B. Nichtfinanzielle Interessen: Leitender Oberarzt, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Uniklinikum Köln (AöR) – Präsidium, DGLRM e. V.

Wissenschaftliche Leitung

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Der Verlag

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Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.

Additional information

Wissenschaftliche Leitung

J. Breckwoldt, Zürich

M. Christ, Luzern

G. Matthes, Berlin

G. Rücker, Rostock

R. Somasundaram, Berlin

U. Zeymer, Ludwigshafen

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CME-Fragebogen

CME-Fragebogen

Welches ist Symptom/sind Symptome eines isolierten, pulmonalen Barotraumas?

Bluthusten, Schmerzen, Hypoxie

Hypoglykämie

„Chokes“

„Bends“

„Taucherflöhe“

Welches sind Symptome einer isolierten Dekompressionskrankheit (DCI)?

Hypoglykämie, Hypothermie

„Chokes“, „bends“, Bewusstseinsstörungen

Hypoxie, Spannungspneumothorax

Kognitive Leistungssteigerung, Euphorie

Müdigkeit, Hyperreflexie

Welche Maßnahme ist nach einem Tauchunfall mit pulmonalem Barotrauma korrekt?

Tauchcomputer sichern

Immer Druckkammerbehandlung initiieren

Sauerstoff wegen der Toxizität nur in Ausnahmefällen

Immer eine endotracheale Intubation anstreben

Eine Schmerztherapie ist nicht nötig

Welches sind die möglichen Symptome eines Tiefenrausches?

Euphorie, Müdigkeit

Kognitive Leistungserhöhung, Aggressivität

Uneingeschränktes Urteilsvermögen, körperlicher Leistungsknick

Schwindel, Erhöhung der körperlichen Leistungsfähigkeit

Hyperreflexie, Miosis, Pneumothorax

Ab etwa welcher Tauchtiefe und -dauer ist eine Sauerstofftoxizität relevant?

30 m und 30 min

50 m und 2 h

70 m und 1 h

90 m und 4 h

Ohne Angabe des Atemgases (Druckluft, Nitrox, 100 %-Sauerstoff-Kreislaufgerät) ist diese Frage nicht zu beantworten.

Wie hoch ist der Gesamtdruck in 30 m Tiefe?

1 bar

1,3 bar

2 bar

3 bar

4 bar

Was versteht man unter Nitrox?

Ein Gasgemisch, das zu 20 % aus Sauerstoff und zu 80 % aus Stickstoff besteht

Ein ausschließlich für Berufstaucher verfügbares Gasgemisch

Atemgase mit einem erhöhten Anteil von Sauerstoff und einem reduzierten Anteil von Stickstoff

Ein Gasgemisch mit 80 % Sauerstoff und 20 % Stickstoff

Ein mit Stickstoff angereichertes Gasgemisch, das lange Tauchzeiten ermöglicht

Wie lange sollte nach einem Nicht-Dekompressions-Tauchgang gewartet werden, bis man in einem Flugzeug fliegt?

6 h

10 h

18–24 h

48 h

3 Tage

Welche Aussage des Boyle-Mariotte-Gesetzes im Zusammenhang mit Tauchunfällen ist richtig?

Je tiefer man taucht, desto niedriger ist der Sauerstoffgehalt im Blut.

Je tiefer man taucht, desto langsamer breitet sich ein Gas im Körper aus.

Je tiefer man taucht, desto niedriger ist die Stickstoffkonzentration im Körper.

Je tiefer man taucht, desto stärker werden die Gase im Körper komprimiert und gelöst.

Je tiefer man taucht, desto schneller muss man auftauchen.

Welche der folgenden Therapien ist bei allen lebensbedrohlichen Tauchunfällen indiziert?

Gabe von Furosemid, um den Stickstoffhaushalt auszugleichen

Ersatz von Flüssigkeit mit 3–4 l Vollelektrolytlösung

Applikation von 100 %igem Sauerstoff

Initiierung einer Druckkammerbehandlung

Sofortige Beatmung (invasiv oder nichtinvasiv) mit einem „positive endexpiratory pressure“ (PEEP) >7 cm H2O

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Schmitz, J., Jansen, S., Meyer, M. et al. Tauchunfälle. Notfall Rettungsmed 25, 285–293 (2022). https://doi.org/10.1007/s10049-021-00965-y

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  • DOI: https://doi.org/10.1007/s10049-021-00965-y

Schlüsselwörter

  • Dekompressionskrankheit
  • Barotrauma
  • Arterielle Gasembolie
  • Ischämie
  • Hyperbare Oxygenation

Keywords

  • Decompression sickness
  • Barotrauma
  • Gas embolism
  • Ischemia
  • Hyperbaric oxygenation