Insbesondere in der Notfallmedizin konnte gezeigt werden, dass Algorithmen zu einer Verbesserung der Behandlung, Steigerung der Patientensicherheit und Zunahme der Zufriedenheit der Mitarbeiter führen können.
Im Rahmen einer aerosolkontagiösen Erkrankung wie SARS-CoV‑2 ist eine schnelle Sicherung der Diagnose therapieentscheidend und auch für den Mitarbeiterschutz von sehr hoher Bedeutung.
Der Algorithmus von Zang et al. trägt bei steigendem Patientenaufkommen und längeren Wartezeiten auf die NAAT-Diagnostik wahrscheinlich dazu bei, das klinische Management zu optimieren und COVID-19-Verdachtspatienten früh zu identifizieren.
Die schnelle Bildgebung mittels Thorax-CT im Vergleich zur Wartezeit auf die NAAT-Diagnostik kann somit entscheidend für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit von Notaufnahmen und Notfallzentren sein. Bei gleichzeitig vernachlässigbar geringer Strahlenexposition können mittels Low-dose-CT des Thorax deutlich sensitive Ergebnisse erzielt werden.
Entscheidend für die Funktionsfähigkeit des Algorithmus ist neben einer zuverlässigen CT-Befund-Qualität dennoch die nachgelagerte Möglichkeit der virologischen NAAT zur Bestätigung der Infektion.
Trotz hoher Zuverlässigkeit besteht dennoch die Option, dass Einzelfälle nicht abschließend geklärt werden können. Daher muss mit steigender klinischer Erfahrung eine sorgsame Reevaluation des Algorithmus erfolgen.