Wie andere Spezialgebiete hat auch die Ellenbogenchirurgie einen rasanten Wissenszuwachs in den letzten Jahren erlebt. Je nach Verletzungsmuster, Begleitverletzungen und Ausmaß einer möglichen Instabilität bedarf es der entsprechend differenzierten Therapie.

Bei der Frakturversorgung stellen winkelstabile, anatomisch vorgeformte Implantate inzwischen den „Goldstandard“ dar. Damit ist in den meisten Fällen eine stabile Rekonstruktion möglich. Nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei sehr distalen Humerusfrakturen und bei osteoporotischer Knochenqualität, kommt die Versorgung mit einer Hemi- oder Vollprothese in gekoppelter oder ungekoppelter Version infrage. Für die Radiuskopffraktur stehen neben der konservativen Therapie mit Rekonstruktion, Resektion und Prothese drei unterschiedliche Behandlungsregime zur Verfügung, die je nach Ausmaß der Fraktur und der begleitenden Pathologie zum Einsatz kommen. Auch hier haben die anatomisch vorgeformten, winkelstabilen Platten das Indikationsspektrum der Rekonstruktion erweitert. Liegen nach einer Ellenbogenluxation strukturelle Schäden vor, müssen die ligamentären und ossären Stabilisatoren adressiert werden, um eine frühfunktionelle Nachbehandlung zu ermöglichen. Besteht im weiteren posttraumatischen Verlauf eine Bewegungseinschränkung, lassen sich über arthroskopische oder offene Verfahren gezielt Arthrolysen durchführen.

Diese Ausgabe von Trauma und Berufskrankheit zeigt anhand der aufgeführten Themenkomplexe bewährte und neue Behandlungskonzepte für die unterschiedlichen Formen der Ellenbogenverletzungen auf. Die Autoren stellen Algorithmen für eine standardisierte Diagnostik, Therapie und Nachbehandlung dar, um eine suffiziente Behandlung der einfachen sowie komplexen Ellenbogenverletzung zu gewährleisten.

Allen Autoren sei an dieser Stelle ausdrücklich für die Zusammenstellung der Manuskripte gedankt. Den Lesern wünschen wir eine interessante Lektüre.

U. Stöckle

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M. Gühring

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