Auch ich darf Sie sehr herzlich begrüßen und Ihnen sagen, dass ich mich sehr freue, dass Sie in dieser Mannschaftsstärke den Weg nach Neukölln gefunden haben. Das mag für Berliner und für Berliner Unfallchirurgen nichts Besonderes sein, aber ich habe auch Kollegen aus Crivitz, Plau am See und Bergen auf Rügen gesehen, die schon eine ganz ordentliche Anreise hinter sich haben. Also vielen Dank für Ihr Interesse.

Wir sind hier zusammengekommen, um uns fortzubilden, um Wissen zu mehren, aber auch um miteinander zu diskutieren. Vor exakt 19 Monaten haben wir angefangen, ein Programm zusammenzustellen, von dem wir hoffen und auch glauben, dass es attraktiv ist. Ob es aber wirklich für Sie interessant ist, werden wir erst sehen. Herr Mittlmeier wird am Ende der Veranstaltung dann die Bilanz zu ziehen haben, ob das Ganze gelungen ist.

Ich möchte kurz sagen, was wir uns eigentlich vorgestellt haben. Wir beginnen mit etwas, was scheinbar banal ist und natürlich häufig, nämlich der Sprunggelenkfraktur. Wir denken, das ist eigentlich gut zu behandeln, und erleben aber doch, dass in der Diagnostik und Therapie und auch in der Begutachtung ganz viele Fragen offen sind. Und damit hat auch die Sachbearbeitung sehr viel zu tun.

Und direkt danach etwas, was ganz selten ist. Wir reden über Außenseitermethoden. Der Staatssekretär hat dies schon gesagt, über Exogen und Akupunktur und über das brennende Thema Knorpel, wo auch sehr viel ökonomischer Hintergrund dabei ist. Und hier stellt sich eine ganze Reihe von Fragen, und zwar nicht nur die erste und nahe liegende, wer zahlt eigentlich diese ganzen Dinge, sondern auch die Frage, was kann dem Versicherten, der einen Arbeits- oder Wegeunfall erlitten hat, eigentlich zugemutet werden? Ist es eigentlich richtig, dass die Gelder der Arbeitgeber für einen Versicherten, der ja optimale Versorgung verdient hat, investiert werden in Methoden, deren wissenschaftlicher Nutzen nicht erwiesen ist? Und die nächste Frage ist die: Wer bestimmt das überhaupt? Welche Gremien sind das? Wer sagt eigentlich, dass der wissenschaftliche Nutzen erwiesen ist? Das ist sicherlich ein ganz spannender Aspekt, der auch heute nur angerissen werden kann, aber es ist auch eine Diskussion, die die gesetzliche Unfallversicherung noch lange beschäftigen wird.

Eine Methode, die heute Routine ist und die z. T. schon wieder den Zenit überschritten hat, die Medien und deutsche Gerichte beschäftigt, das ist die Roboterchirurgie. Herr Butenschön wird darüber berichten, wie wir etwa 300 Patienten mit Hilfe des Roboters am Knie operiert haben. Er wird auch auf bestimmte Facetten von Problemen eingehen.

Herr Eisenschenk hat die Aufgabe gehabt und wieder wahrgenommen, die letzte Sitzung zu organisieren und vorzubereiten, nämlich morgen am späten Vormittag die Sitzung über Handchirurgie. Derjenige, der sich ein wenig mit Handchirurgie auskennt, der weiß, dass es ihm gelungen ist, die Crème de la Crème der Handchirurgen und der Fachleute aus dem deutschsprachigen Raum zusammenzuholen, ganz ungewöhnlich gute Leute. Auch wenn Professor Millesi noch in Chicago ist, wird er aber bis dahin hier eintreffen. Ich sage Ihnen, das wird eine hochinteressante Sitzung.

Auf die DRG gehe ich nicht mehr ein. Meine Vorredner haben das getan.

Zu Professor Ropers kann ich nur sagen, es gibt nur ganz wenige Menschen, die etwas über die Entschlüsselung des Genoms wissen. Und es sind noch weniger, die das Laien—ich meine besonders mich—auch begreiflich machen können. Ich verspreche Ihnen, dass das hochinteressante 30 min werden.

So bleibt auch mir nur, Dank zu sagen. Dank an die Verantwortungsträger des Landesverbandes, die uns in der Gestaltung dieses Programms ziemlich freie Hand gelassen haben und ich danke auch dafür, dass hier etwas passiert, was heute gar nicht mehr so selbstverständlich ist, dass wir nämlich alle etwas geboten kriegen, ohne Eintrittsgeld zu zahlen. Der Landesverband organisiert dies alles, und es wird zunehmend schwieriger, dies für uns kostenlos zu veranstalten. Ich danke Herrn Ziche, der das alles hier überhaupt möglich gemacht hat, weil er sich seit Monaten enorm einsetzt. Und ich danke schließlich dem Kollegen Mittlmeier, meinem Universitätsnachbarn aus Mecklenburg-Vorpommern, nämlich in Rostock. Er hat nicht gezögert, hier in die wissenschaftliche Leitung einzutreten, und die Zusammenarbeit zur Vorbereitung der Tagung war völlig komplikationslos.

Schöne Tage hier. Und für die Nicht-Berliner kann ich als Neu-Berliner, als Westfale, nur bestätigen, das es sich lohnt, zu schauen , was Berlin zu bieten hat.