Im Namen des Vorstandes unseres Landesverbandes begrüße ich Sie recht herzlich zu unserer diesjährigen Unfallmedizinischen Tagung, welche nun zum 2. Mal hier im Estrel Congress Center stattfindet.

Ich freue mich, feststellen zu können, dass unsere Tagung nach wie vor nicht an Attraktivität verloren hat und Sie unserer Einladung wiederum so zahlreich gefolgt sind.

An dieser Stelle darf ich mich bei Herrn Staatssekretär Dr. Schulte-Sasse der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz dafür bedanken, dass er Grußworte von Seiten des Senates der Stadt Berlin an Sie richten wird. Ich freue mich Ihnen mitteilen zu können, dass Herr Dr. Schulte-Sasse an der Podiumsdiskussion zum III. Hauptthema teilnehmen wird.

Somit sind wir schon mitten in der Thematik unserer diesjährigen Tagung.

Das III. Hauptthema der Unfallmedizinischen Tagung 2003 befasst sich mit den DRGs im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren Es solleinen Einblick hinsichtlich der Frage geben, ob sich die hohen Anforderungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger an die stationäre Behandlung unter Berücksichtigung des neuen Abrechnungsverfahrens weiter aufrecht erhalten lassen.

Die Frage ist, ob sich die für das gesamte Gesundheitswesen erhoffte Qualitätssteigerung und Kostenersparnis auch auf die gesetzliche Unfallversicherung auswirken.

Die Kostensituation ist im Gesundheitswesen mittlerweile zu einem der Hauptdiskussionspunkte geworden. Es lässt sich mit Sicherheit darüber streiten, ob so manche Maßnahmen, die kurzfristig eine Kostensenkung versprechen, nicht langfristig negative Auswirkungen auf die Gesamtkostenentwicklung im Sozialversicherungsbereich haben werden.

Als Arbeitgebervertreter der Selbstverwaltung begrüße ich selbstverständlich jeden Vorstoß der Politik, die Lohnnebenkosten zu senken. Wir als Unfallversicherungsträger arbeiten nach wie vor nach der Maxime „Alles aus einer Hand“. Daher vertreten wir die Auffassung, dass sich eine Kosteneinsparung im Bereich der Akutversorgung nicht negativ auf das abschließende Heilbehandlungsergebnis auswirken darf.

Dies soll nun nicht den Eindruck erwecken, dass alles, was teuer ist, auch gut ist; aber das Verhältnis zwischen Qualität und Kosten muss stimmen.

Nach dem Grundsatz der gesetzlichen Unfallversicherung, dass die Rehabilitation mit allen geeigneten Mitteln erfolgen soll, müssen wir selbstverständlich auch bei der Durchführung der Heilbehandlung andere Maßstäbe anlegen als die gesetzlichen Krankenversicherungsträger.

Insbesondere das II., das IV. und das V. Hauptthema beschäftigen sich mit sehr kostenrelevanten Bereichen in der gesetzlichen Unfallversicherung. Wir müssen sehen, wie weit wir mit dieser Entwicklung mitgehen können, was sie für unsere Versicherten bringt und welche Kostenauswirkungen sich dadurch ergeben.

Diese Gesamtthematik muss auch unter Berücksichtigung der andauernden Diskussion um die Privatisierung der gesetzlichen Unfallversicherung gesehen werden.

Ein besonders zu erwähnender Beitrag von Herrn Professor Ropers zur Genomforschung lässt uns auch einmal über den Tellerrand hinausschauen. Auch wenn dieser Vortrag nicht direkt mit der Unfallbehandlung im Zusammenhang steht, halte ich das für wichtig, um zu erkennen, welche Entwicklungen sich in der Forschung abzeichnen. Denn diese können evtl. schon bald Einfluss auf die Unfallbehandlung haben.

Es ist mir ein besonderes Anliegen, Herrn Prof. Dr. Nonnemann meinen Dank für seine langjährige hervorragende Tätigkeit auszusprechen, insbesondere auch für die Vorbereitung der vielen Unfallmedizinischen Tagungen. Wie vielen von Ihnen aufgefallen sein wird, steht sein Name erstmals nicht mehr als Wissenschaftlicher Leiter im Programm.

Herr Prof. Dr. Nonnemann war im Bereich unseres Landesverbandes als beratender Arzt über lange Jahre eine feste Institution, die für Solidität und Qualität bürgte. Zum Beginn dieses Jahres ist Herr Prof. Dr. Nonnemann als beratender Arzt unseres Landesverbandes ausgeschieden.

Die diesjährige Tagung steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Prof. Dr. Ekkernkamp und Herrn Prof. Dr. Mittlmeier. Ich denke, die gute Tradition der letzten Tagungen, eine für alle interessante Themen-Mischung zu finden, wird auch in diesem Jahr fortgesetzt.

Ein herzlicher Dank geht an die Referenten und die Herren, die den Vorsitz zu den Hauptthemen haben, und nicht zuletzt an alle Mitarbeiter des Landesverbandes, die geholfen haben, diese Tagung zu organisieren.