In dieser Zeitschrift [2] haben wir bereits ausführlich Indikation, Implantat und Operationstechnik der intramedullären Osteosynthese am Unterarm dargestellt. Eine Wiederholung unverändert geltender, zwischenzeitlich in der klinischen Praxis bestätigter Inhalte erscheint entbehrlich. Die aktuellen Ergebnisse werden dennoch zusammenfassend dargestellt.

In einer prospektiven Studie wurden in einem 7-Jahres-Zeitraum bei 56 Patienten 72 verriegelungsfähige Nägel (ForeSight™-Nagel) implantiert. 37 Patienten (46 Unterarmknochen an 38 Unterarmen) sind zwischenzeitlich mindestens 24 Monate nachbeobachtet. Bei funktioneller Nachbehandlung waren bis auf 2 Pseudarthrosen, 2 verzögerte Frakturheilungen und 2 radioulnare Synostosen (im Rahmen von Polytraumen) keine Komplikationen bei einer durchschnittlichen Konsolidierungsdauer von 4,3 Monaten zu verzeichnen. Im DASH-Score betrug der Durchschnittswert 12,94 Punkte, 78% der Unterarme erreichten ein sehr gutes funktionelles Resultat (0–19 Punkte).

Mit dem Verriegelungsnagel kann der speziellen Anatomie des Unterarms Rechnung getragen werden, durch die statische Verriegelung wird eine ausreichende Stabilität bei allen Frakturtypen gewährleistet. Die Operationstechnik [3] ist anspruchsvoll, bei entsprechender Erfahrung sind mit diesem System jedoch durchaus der Plattenosteosynthese ebenbürtige Ergebnisse zu erzielen [1]. Refrakturen nach Implantatentfernung wurden im Gegensatz zur Plattenosteosynthese bisher nicht beobachtet.

Der sinnvolle Fortschritt besteht in der erheblich reduzierten Invasivität und der für Nagelosteosynthesen typischen Frakturkonsolidierung, die ein Refrakturrisiko nach Implantatentfernung unwahrscheinlich macht.