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Der Onkologe

, Volume 24, Issue 6, pp 444–446 | Cite as

Malignes Melanom

Fortschritte in der Behandlung durch interdisziplinäre wissenschaftliche und klinische Zusammenarbeit
  • C. Ulrich
  • F. Kiecker
  • P. M. Schlag
Einführung zum Thema
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Malignant melanoma

Advances in treatment through interdisciplinary scientific and clinical cooperation

An kaum einer anderen Tumorentität ist der umfassende, therapeutische Umbruch der letzten Jahre so deutlich nachzuvollziehen wie beim (metastasierten) malignen Melanom. Standen mit Ansprechraten von 10–15 % und Ein- bzw. Zweijahresüberlebensraten um 40 % bzw. 25 % lange Zeit nur sehr eingeschränkt wirksame klassische Zytostatika, wie v. a. Darcabazin, zur Verfügung, so konnte seit dem Jahr 2011 ein ganzes Armamentarium teilweise bahnbrechender Wirkstoffe zugelassen werden. Diese sind von immunologisch wirksamen Checkpointinhibitoren, unterschiedlichen Proteinkinaseinhibitoren bis zum fokalen Einsatz onkolytischer Viren richtungsweisend für eine moderne, personalisierte Tumortherapie.

Beim malignen Melanom steht zunehmend die interdisziplinäre Versorgung des Tumors im Vordergrund

Neben den therapeutischen Errungenschaften steht zunehmend die interdisziplinäre Versorgung dieses aggressiven Tumors im Vordergrund und bedingt damit auch die Verbesserung der Patientenversorgung. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit organisatorisch zu fördern und zu verstetigen sowie inhaltlich, wissenschaftlich und klinisch auszubauen, ist in Deutschland gleichzeitig durch Etablierung von zertifizierten Hauttumorzentren begünstigt worden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und hierauf aufbauende diagnostische Verfahren sowie medikamentöse und technologische Strategien erreichen damit nicht nur schneller die Patienten, sondern sichern ihnen auch durch eine interdisziplinärere Therapieplanung den derzeit bestmöglichen Benefit.

Entsprechend widmet sich dieses Schwerpunktheft zum malignen Melanom in kondensierter Form dem aktuellen Erkenntnisstand der molekularen Diagnostik sowie den vielseitigen Behandlungsoptionen der interdisziplinären Therapie dieses komplexen Hauttumors.

Beginnend mit einem Überblick über die wesentlichen Elemente der Früherkennung, des Hautkrebsscreenings und der klinischen Diagnostik stellen Dobos et al. auch die aktuelle klinisch-pathologische Einteilung und das aktuelle Konzept der interdisziplinären Nachsorge des malignen Melanoms vor.

Kiecker et al. präsentieren interessante Aspekte zu läsional gerichteten Therapieoptionen beim maligen Melanom wie die Elektrochemotherapie, die läsionale Applikation onkolytischer Viren sowie die Möglichkeit der Kombination mit modernen systemischen Therapien.

Im Beitrag von Pietschke aus der Arbeitsgruppe um Leiter-Stöppke wird die Bedeutung der molekulargenetischen Diagnostik für die differenzierte Auswahl einer zielgerichteten Therapie, insbesondere mit Tyrosinkinaseinhibitoren anschaulich erörtert.

Das auch vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Zulassung adjuvanter Therapieoptionen hochaktuelle Thema der Immuntherapien beim Melanom sowie die Diagnostik und das Management deren potenzieller Nebenwirkungen wird von dem Autorenteam von Gellrich und Meier vorgestellt.

Abschließend geben Kölbl et al. einen Überblick über die aktuellen radioonkologischen Therapiekonzepte beim malignen Melanom und stellen diese auch in den interdisziplinären Kontext zur Chirurgie und neuen Systemtherapien.

Angesichts der signifikanten Zunahme dieser Hauttumorentität sind weiterhin jegliche interdisziplinäre Anstrengungen im Rahmen der Prävention, Frühdiagnostik und Therapie gefragt. Dies gilt nicht zuletzt für die Behandlung des metastasierten malignen Melanoms als Paradigma einer umfassenden, interdisziplinären Therapieplanung und -durchführung in einem zertifizierten Hauttumorzentrum.

Gemeinsam mit den in der Thematik ausgewiesenen Autoren, für deren sorgfältig und engagiert erarbeiteten Beiträge wir uns sehr bedanken, hoffen wir, Ihnen mit diesem Schwerpunktheft einen interessanten und inspirierenden Überblick über den aktuellen Wissenstand und die neusten Therapieoptionen zum malignen Melanom zu geben.

Claas Ulrich

Für die Schriftleiter

Peter M. Schlag

Für die Herausgeber

Notes

Interessenkonflikt

C. Ulrich, F. Kiecker und P.M. Schlag geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Hauttumorzentrum Charité (HTCC) BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.c/o Comprehensive Cancer Center Charité (CCCC) BerlinBerlinDeutschland

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