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Der Onkologe

, Volume 23, Issue 2, pp 89–89 | Cite as

Neue Rubrik Epidemiologie

  • S. R. ZeissigEmail author
  • V. Arndt
  • K. Kraywinkel
Editorial
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New rubric epidemiology

Mit etwa einer halben Million Neuerkrankungen gehört Krebs zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Nach derzeitigem Stand erkranken jeder zweite Mann (51 %) und 43 % aller Frauen im Laufe des Lebens an Krebs. Derzeit leben in Deutschland über 1,6 Mio. Männer und Frauen, die eine Krebsdiagnose in den letzten 5 Jahren erfahren haben und sich in der Regel noch in regelmäßiger Nachsorge befinden. Bei schätzungsweise weiteren 3 Mio. Männern und Frauen liegt die Krebsdiagnose bereits 5 Jahre und länger zurück. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist in den kommenden Jahren bei diesen Zahlen mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Die Epidemiologie dient nicht nur dem Monitoring von Entwicklungen bei Krankheitsaufkommen und Krankheitslast. Sie unterstützt die Arbeit des praktizierenden Onkologen auch durch aktuelle Ergebnisse zu Prävention, Früherkennung oder Prognose aus dem realen Versorgungsgeschehen. Auch bei der Erforschung der Ätiologie von Krebserkrankungen sind epidemiologische Studien unerlässlich. Darüber hinaus ist sie ein unverzichtbarer Bestandteil aktueller Versorgungsforschung und des Outcome-Research. Zur Evaluation von Screening-Maßnahmen, der Bedeutung prognostischer Marker, Behandlungseffizienz und Pharmakovigilanz liegt der Vorteil in der Untersuchung möglichst unselektionierter Patienten- bzw. Bevölkerungsgruppen. Ungeachtet der Fortschritte und der wachsenden Bedeutung molekularbiologischer Diagnostik sowie der aktuellen Omics-Revolution repräsentiert die Epidemiologie eine Schlüsseldisziplin in der Krebsforschung und liefert wertvolle Daten für alle in der Onkologie Tätigen.

Vor diesem Hintergrund eröffnen wir mit dieser Ausgabe eine neue Rubrik mit dem Titel Epidemiologie. Die epidemiologischen Themen sollen nach Möglichkeit dem jeweiligen Leitthema einer Ausgabe zugeordnet sein.

Daten epidemiologischer Krebsregister werden inzwischen deutschlandweit erhoben und am Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) des Robert Koch-Instituts zusammengeführt und ausgewertet. Es ist geplant, kontinuierlich aktuelle Daten zu Inzidenz, Prävalenz, Mortalität und Überleben zu den Themenschwerpunkten, die einzelne Krebsentitäten betreffen, zu präsentieren. Dabei stellt das ZfKD Beiträge zur Verfügung, die darüber hinaus auch zeitliche Trends und internationale Vergleiche in kompakter Form darstellen.

Des Weiteren möchten wir Ihnen regelmäßig aktuelle Entwicklungen zum Krebsgeschehen in Europa und weltweit vorstellen, um einerseits den berühmten „Blick über den Tellerrand“ zu wagen und andererseits Fragestellungen auch im internationalen Kontext einzuordnen.

Zur Evaluation von Screening-Verfahren wie die Identifikation von Intervallkarzinomen anhand von Krebsregisterdaten oder auch zur Strategieentwicklung in der Krebsprävention wie beispielsweise die Impfung gegen humane Papillomaviren sind epidemiologische Methoden unverzichtbar. Wir wollen Sie hier über den Stand neuer Erkenntnisse informieren.

Ergebnisse epidemiologischer Studien in der Onkologie können die Brücke zwischen Wissenschaft und klinischer Praxis schlagen.

Wir freuen uns über viele Anregungen und Kommentare interessierter und kritischer Leser, um gemeinsam diese neue Rubrik kontinuierlich den Bedürfnissen der Leserschaft anzupassen.

Ihre Rubrikherausgeber

Dr. S.R. Zeissig

PD Dr. V. Arndt

Dr. K. Kraywinkel

Notes

Interessenkonflikt

S.R. Zeissig, V. Arndt und K. Kraywinkel geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag Berlin 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Krebsregister Rheinland-Pfalz gGmbHMainzDeutschland
  2. 2.Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)HeidelbergDeutschland
  3. 3.Nationales Institut für Krebsepidemiologie und RegistrierungZürichSchweiz
  4. 4.Robert Koch-InstitutBerlinDeutschland

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